Umweltschutz Kalifornien und Baden-Württemberg bauen Klimaschutz-Initiative aus

Von red/dpa 

Ministerpräsident Winfried Kretschmann ist auf den Weg nach Kalifornien. Dort geht es um den Ausbau der gemeinsamen Klimaschutz-Initiative „Under 2 MOU“.

Zuletzt war Kretschmann im Mai 2015 in Kalifornien. Auf seiner zweiten Reise dorthin soll unter anderem ein Partnerschaftsabkommen zwischen Baden-Württemberg und dem US-Bundesstaat geschlossen werden. Foto: dpa
Zuletzt war Kretschmann im Mai 2015 in Kalifornien. Auf seiner zweiten Reise dorthin soll unter anderem ein Partnerschaftsabkommen zwischen Baden-Württemberg und dem US-Bundesstaat geschlossen werden. Foto: dpa

San Francisco - Eine globale Umweltschutz-Initiative zur Verringerung von Treibhausgasemissionen, die von Kalifornien und Baden-Württemberg 2015 gemeinsam ins Leben gerufen wurde, hat 16 neue Mitglieder gewonnen. Am Rande des „Global Climate Action“-Gipfels, zu dem der demokratische Gouverneur Kaliforniens, Jerry Brown, nach San Francisco eingeladen hatten, traten am Mittwoch unter anderem Japan, der US-Staat Hawaii und Provinzen in Indien und Mexiko bei.

Unterzeichner der Initiative „Under 2 MOU“ wollen bis 2050 die Treibhausgasemissionen um 80 bis 95 Prozent unter den Stand von 1990 senken. Die jetzt 222 Mitglieder starke Initiative betrifft rund 1,3 Milliarden Menschen. Neben Baden-Württemberg sind in Deutschland sechs weitere Bundesländer dabei, darunter Bayern und Hessen.

4500 Vertreter bei Klimagipfel

Für Baden-Württembergs Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) ist dieser jetzt weltgrößte Zusammenschluss von klimaengagierten Regionen, Städten und Gemeinden eine „Erfolgsgeschichte“. Sie seien inzwischen auch in der internationalen Debatte ein Faktor. „Letztendlich nützt es ja nichts, wenn auf nationaler Ebene irgendwelche klugen Programme beschlossen werden, sondern sie müssen in die Praxis umgesetzt werden. Da sind die Regionen und Bundesstaaten oftmals entscheidend, weil wir näher an den Kommunen dran sind“, sagte Untersteller am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur am Rande der Klima-Konferenz.

Rund 4500 Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft tagen bei dem Gipfel. Aus Deutschland reisen unter anderem auch Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) und Grünen-Chefin Annalena Baerbock an. „Wir wollen uns besser vernetzen und auch in die Zukunft schauen, welche Projekte wir in 20 Jahren voranbringen wollen“, sagt Untersteller.

Kretschmann betont wichtige transatlantische Zusammenarbeit

„In der Amtszeit von US-Präsident Donald Trump hat es zuletzt Rückschläge beim Klimaschutz und beim internationalen Freihandel gegeben“, betonte er vor der Abreise. „Umso wichtiger ist gerade heute die transatlantische Zusammenarbeit auf staatlicher und substaatlicher Ebene.“ Baden-Württemberg werde sich nicht auf einen „Wettlauf nationaler Egoismen“ einlassen.

Zuletzt war Kretschmann im Mai 2015 in Kalifornien. Auf seiner zweiten Reise dorthin soll unter anderem ein Partnerschaftsabkommen zwischen Baden-Württemberg und dem US-Bundesstaat geschlossen werden. Zum Auftakt will Kretschmann in San Francisco an der Jungfernfahrt einer Plug-in-Hybrid-Elektrofähre teilnehmen.

Für den Umweltminister steht bei der Klima-Konferenz auch der Kohleausstieg auf der Agenda. Solartechnologie und Windkraftanlagen seien mit konventionellen Kraftwerken konkurrenzfähig. „Wir haben gar keine andere Wahl, als diesen Weg zu gehen“, betont der Minister mit Blick auf den Klimaschutzplan der Bundesrepublik. Der sieht für das Jahr 2050 vor, die Treibhausgase um 55 Prozent zu reduzieren im Vergleich zu 1990.