Umweltschutz Wie lässt sich das neue Klimagesetz vor Ort umsetzen?

Von  

Um die vom Landtag Baden-Württemberg beschlossenen Klimaschutzziele zu erreichen, muss sich auch im Kleinen was tun, findet der Möhringer Bezirksbeirat und wagt einen Vorstoß.

Im neuen Klimaschutzgesetz ist festgeschrieben, dass auf neuen Gebäuden, die nicht dem Wohnen dienen, eine Fotovoltaikanlage installiert werden muss. Foto: dpa/Sven Hoppe
Im neuen Klimaschutzgesetz ist festgeschrieben, dass auf neuen Gebäuden, die nicht dem Wohnen dienen, eine Fotovoltaikanlage installiert werden muss. Foto: dpa/Sven Hoppe

Möhringen - Vor wenigen Tagen, am 14. Oktober, hat der Landtag das neue Klimaschutzgesetz beschlossen. Die Novellierung sieht unter anderem vor, dass auf neuen Gebäuden, die nicht dem Wohnen dienen, eine Fotovoltaikanlage installiert werden muss. Außerdem ist eine Pflicht zur kommunalen Wärmeplanung festgeschrieben. „Baden-Württemberg nimmt damit eine bundesweite Vorreiterrolle ein“, heißt es auf der offiziellen Internetseite des Landes. Und weiter steht dort: Der Landtag habe die Grundlage für ambitionierte Kohlenstoffdioxid-Einsparziele gelegt. „Minus 42 Prozent gegenüber dem Basisjahr 1990 ist für ein Industrieland wie Baden-Württemberg, das Jahrzehnte den Großteil seines Stroms aus Atomkraftwerken bezogen hat, eine echte Herausforderung. Mit dem Klimaschutzgesetz stellen wir uns dieser Herausforderung“, wird der Umweltminister Franz Untersteller zitiert.

Es müsse lokal nach alternativen Energiequellen gesucht werden

Die SPD im Möhringer Bezirksbeirat greift das Thema in einem Antrag auf. Mit den bisherigen Strukturen der Gas- und Stromnetze sei diese Transformation nicht zu machen, schreiben die Sozialdemokraten. Gleichzeitig müssten auch die vorhandenen Netze und Leitungen umgebaut und dezentral neu gestaltet werden, so ihre Meinung. Für den einzelnen Stadtbezirk heiße das, dass insbesondere nach lokal vorhandenen alternativen Quellen gesucht werden müsse, und nach Ansatzpunkten für neue Wärmenetze. Das Amt für Umweltschutz bereite dazu seit Längerem Projekte für die einzelnen Stadtbezirke vor.

Gemeinsame Nahwärmenetze betreiben

Für die SPD stellt sich die Frage, „ob und wie dieser Umbau in Möhringen gestartet werden kann, zum Beispiel durch den Aufbau sogenannter Nahwärmenetze“. Die Möhringer Sozialdemokraten machen mehrere Vorschläge: „Kann zum Beispiel auf einem städtischen Gebäude eine Solarthermieanlage gebaut werden, die mehr Wärme produziert als für das Gebäude notwendig ist?“ Wenn ja, könnten die Stadt beziehungsweise die Stadtwerke Kontakt mit den Gebäudebesitzern in der Nachbarschaft aufnehmen und vorschlagen, gemeinsam ein Nahwärmenetz zu betreiben.

Ähnlich könne man vorgehen, wenn ein lokaler Gewerbebetrieb Abwärme zur Verfügung stellen könne oder eine Schule oder Kirchengemeinde genügend Raum für den Einbau einer größeren Kraft-Wärme-Kopplungsanlage habe.

Der Bezirksbeirat bittet die Stadt um einen Bericht über den Ist-Zustand und darüber, welche praktischen Anfänge im Stadtbezirk Möhringen möglich wären und welche Überlegungen es seitens der Ämter dazu bereits gebe. Das Gremium nahm den Antrag in seiner jüngsten Sitzung ohne Diskussion einstimmig an.

Unsere Empfehlung für Sie