Umweltzone in Stuttgart Mehr als 2200 Gelbsünder verwarnt

Wer mit gelber Plakette am Straßenrand parkt, muss seit Anfang April mit einem Strafzettel rechnen. Foto: Rudel/Regenscheit 6 Bilder
Wer mit gelber Plakette am Straßenrand parkt, muss seit Anfang April mit einem Strafzettel rechnen. Foto: Rudel/Regenscheit

Seit Anfang 2012 haben Autos mit gelber Plakette in der Umweltzone Stuttgart eigentlich Hausverbot. Mehr als 2200 Knöllchen haben Kontrolleure deshalb schon ausgestellt. Doch die Stadt hat ein Problem: Sie kommt nicht an genug Personal.

WhatsApp E-Mail LinkedIn Flipboard Pocket Drucken

Stuttgart - Seit Anfang 2012 haben Autos mit gelber Plakette in der Umweltzone Stuttgart eigentlich Hausverbot: Bis Ende März konnte die städtische Verkehrsüberwachung gegen viele Gelbsünder aber nichts ausrichten, denn nach geltendem Recht war nur das Fahren, nicht aber das Parken mit gelben Bäbber verboten. Zum 1. April hat sich die Rechtslage allerdings grundlegend geändert. „Jetzt dürfen Fahrzeuge mit gelber Plakette in der Umweltzone Stuttgart auch nicht mehr parken“, sagt Joachim Elser, der Leiter der Stuttgarter Verkehrsüberwachung.

Die geänderte Rechtslage beeindruckt viele Pendler aus dem Umland aber offensichtlich wenig: Im April haben die städtischen Kontrolleure den Gelbsündern 1261 Strafzettel hinter die Scheibenwischer geklemmt, im Mai waren es 975. „Ich habe nie und nimmer mit einer so extremen Zahl an Verstößen gerechnet“, sagt Elser. Man müsse auch in den nächsten Monaten mit einer hohen Quote rechnen. „Die etwas niedrigeren Zahlen im Mai sind auf das schlechte Wetter und mehr Urlaubstage zurückzuführen.“

Zwei Sünder-Schwerpunkte

Bei der näheren Analyse der Strafzettel haben sich für die städtischen Kontrolleure zwei Schwerpunkte herauskristallisiert. „Die meisten Verstöße wurden in der Innenstadt und in den nördlichen Außenbezirken begangen“, erklärt der Leiter der Verkehrsüberwachung. In der City habe man mehr als 700 und in dem Bereich Weil­imdorf, Stammheim und Zuffenhausen mehr als 600 Gelbsünder verwarnt. „Vor allem in dem nahe an der Stuttgarter Gemarkungsgrenze liegenden Weilimdorfer Gewerbegebiet scheint Gelb am Straßenrand eine sehr beliebte Farbe zu sein“, so Elser. „Aber auch Hedelfingen und Wangen sind als grenznahe Gebiete ähnlich stark eingefärbt.“ Dabei habe man nur den öffentlichen Straßenraum überprüft.

Nach den Erfahrungen der vergangenen zwei Monate mit „insgesamt deutlich mehr als 2000 Strafzetteln im gesamten Stadtgebiet“ will Elser auch Schwerpunktkontrollen in der Nähe der Ausfahrten großer Firmenparkplätze und Tiefgaragen nicht mehr ausschließen. Wer zum zweiten oder dritten Mal verwarnt wird, könnte richtig Probleme bekommen: „Man könnte dann prüfen, ob die charakterliche Eignung zum Führen eines Fahrzeugs fehlt“, sagt Elser.




Unsere Empfehlung für Sie