1400 Mahle-Mitarbeiter sollen bis 2029 in die Zentrale nach Bad Cannstatt umziehen. Das Unternehmen reagiert damit auf leer stehende Büros in Zeiten des Homeoffice. Wie steht es um die Arbeitsplätze?

Automobilwirtschaft/Maschinenbau: Matthias Schmidt (mas)

Der Autozulieferer Mahle schließt seine Firmengebäude in Feuerbach und zieht den Betrieb künftig an der Firmenzentrale in Bad Cannstatt zusammen. 1400 Beschäftige aus Feuerbach sollen bis zum Jahr 2029 sukzessive umziehen. Die Gebäude an der Mauserstraße will das Unternehmen schrittweise verkaufen. Lediglich der Windkanal von Mahle verbleibt in Feuerbach.

 

Wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte, soll an der Pragstraße in Cannstatt ein neues Bürokonzept für insgesamt 3400 Beschäftigte umgesetzt werden, das „flexibles und agiles Arbeiten ermöglicht“. Die bestehenden Räume sollen saniert werden und die Zentrale künftig die Bezeichnung „One Mahle Campus“ tragen. Ein Personalabbau sei damit nicht verbunden, sagte ein Unternehmenssprecher. „Die aktuellen organisatorischen Strukturen, also Geschäftsbereiche und Zentralfunktionen, werden sich im Rahmen des Projekts nicht verändern“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Da mehr im Homeoffice gearbeitet wird, stehen Büros leer

Als Anlass für den Umzug nennt Mahle die Leerstände von Büroräumen infolge der neuen Arbeitsmodelle, die sich aus der Digitalisierung und der Coronapandemie ergeben hätten. „Die Arbeitswelt hat sich stark verändert und so auch die Erwartungen unserer Beschäftigten, die sich mehr Flexibilität und Eigenverantwortung für die Ausübung ihrer Tätigkeit wünschen“, kommentiert Beate Bungartz, Mitglied der Geschäftsführung und Arbeitsdirektorin von Mahle. Die Vor-Ort-Präsenz der Beschäftigten sei in vielen Bereichen nicht mehr notwendig, der Bedarf an Büroflächen daher entsprechend gesunken.

Die Zusammenführung der Standorte sei ein wichtiger Hebel, um Kosten zu sparen, betont der für die Finanzen zuständige Geschäftsführer Markus Kapaun. Man werde die „im Projektverlauf frei werdenden Mittel in die Zukunft unseres Unternehmens und in unsere Belegschaft investieren“, so Kapaun weiter.