Umzug Polizei Sindelfingen Kein geeignetes Gebäude gefunden

Seit fast 40 Jahren arbeitet die Sindelfinger Polizei im alten Schulgebäude an der Gartenstraße. Foto: tefanie Schlecht

Der Umzug des Polizeireviers Sindelfingen aus seinem maroden Domizil verzögert sich. Welche Herausforderungen das alte Gebäude birgt und wie es weitergeht.

Böblingen: Julia Theermann (the)

Eigentlich hätten die Umzugskartons im Polizeirevier Sindelfingen schon fast gepackt sein sollen. Im besten Fall hätte das Revier schon zu Beginn des kommenden Jahres umziehen können. Jetzt müssen es die Beamten wohl noch länger in dem maroden Gebäude aushalten. Eine vom baden-württembergischen Ministerium für Finanzen geprüfte, ursprünglich vielversprechende Mietoption sei nicht weiterverfolgt worden, sagt dessen Sprecherin Michaela Hornung.

 

Dass die Polizeibeamtinnen und -beamten in Sindelfingen nicht auf Dauer in ihrer Dienststelle an der Gartenstraße bleiben können, ist seit 2022 offiziell bestätigt. Seit 1987 ist das Polizeirevier in der ehemaligen Volksschule untergebracht, die der Stadt gehört. Das Amt für Vermögen und Bau mietet das Gebäude. Mit seiner Nähe zum Stern-Center und dem Bahnhof ist das Haus eigentlich nach wie vor perfekt. Aber baulich halt nicht.

Radioaktives Gas in Polizeiwache

Es fängt damit an, dass das alte Schulhaus denkmalgeschützt ist und den Anforderungen an ein modernes Polizeidienstgebäude daher nicht entspricht. Es gibt bauliche Mängel, beispielsweise an den Sanitäranlagen, doch auch sicherheitstechnische – immerhin lagern dort nicht nur sensible Dokumente und Beweismittel, sondern auch Waffen. Solche Mängel könnten nicht bei einer Sanierung im laufenden Betrieb beseitigt werden, heißt es vom Ministerium für Finanzen. Einige der Anforderungen an ein modernes Polizeirevier – beispielsweise Barrierefreiheit, schusssichere Verglasung, zeitgemäße Büros für die Beamten – lassen sich im denkmalgeschützten Bestandsgebäude mutmaßlich gar nicht realisieren.

Dazu kommt noch, dass in dem Polizeirevier erhöhte Werte des radioaktiven Gases Radon festgestellt wurden. Die Stadt Sindelfingen als Eigentümerin hat daraufhin spezielle Lüftungsanlagen eingebaut, um den gesundheitsschädlichen Auswirkungen vorzubeugen.

Land sucht weiter nach Alternativen

Die Suche nach einer Alternative gestaltet sich schwierig. Hatte das Amt für Vermögen und Bau, das beim Land für die Suche zuständig ist, zunächst noch Ende 2023 mit einer neuen Bleibe gerechnet, wurde die Schätzung innerhalb weniger Monate auf Januar 2026 korrigiert. Gründe dafür seien unter anderem, dass man wegen des Klimaschutzes und der angespannten Haushaltslage angehalten sei, neue Flächen mit besonderer Sorgfalt zu prüfen.

So habe es sich auch ergeben, dass ein Mietobjekt, das im vergangenen Jahr angeschaut wurde, in den weiteren Prüfschritten durchgefallen sei. Aufgegeben wird allerdings nicht: „Das Land sucht auf dem Immobilienmarkt in Sindelfingen weiterhin nach einer geeigneten neuen Unterbringung des Polizeireviers Sindelfingen“, sagt Hornung. Wo diese liegen könnte, also beispielsweise wieder zentral, oder vielleicht etwas abseits der Mitte in einem der Stadtteile der Daimlerstadt, das sei noch nicht festgelegt. „Es werden derzeit verschiedene Unterbringungsoptionen weiterverfolgt.“

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