Zugegeben, aus Sicht des Radfahrers ist es fürchterlich umständlich, wenn man plötzlich absteigen muss. Es gibt aber Verkehrssituationen, die das erfordern, Kreuzungen zum Beispiel. Dann kann man eben nicht weiterkurbeln. Dann muss man eben schieben. Schranken auf dem Radweg machen dort generell Sinn. Wer dennoch im Sattel bleibt, riskiert einen Sturz. Selber schuld.

Aus Sicht des Autofahrers müsste es viel mehr abgeschrankte Radwegquerungen geben. Oft genug bangen diese am Steuer, ob nicht doch von rechts oder links einer jener Zweiradrambos angerauscht kommt, der auch vor Zebrastreifen und Ampeln nicht Halt macht. Und aus Elternsicht sollte alles unternommen werden, damit die Kinder sicher zur Schule kommen.

Andererseits muss sich die Stadt schon fragen lassen, ob es notwendig ist, auch das kleinste Sträßchen komplett abzusichern, vor allem, wenn der Radweg dadurch für Radler unattraktiv wird. Zudem scheint die Radverkehrssicherung in Donzdorf miserabel ausgeführt worden zu sein. Andernorts gibt durchaus auch Abschrankungen, mit größeren Abständen oder schräg gestellt, die weniger unfallträchtig sind.

Offenbar war die Stadt nicht gut oder zu einseitig beraten. Das kann passieren. Schlecht ist, dass die Verwaltung Verbesserungsvorschläge für den Radweg vorlegt, die erneut nicht mit den Radlern, mit dem ADFC, abgesprochen wurden. Stadt und ADFC müssen nicht dieselbe Sichtweise haben. Aber sie können gemeinsam darum ringen, die Mängel zu beheben.

Die Schranken bleiben

Stattdessen hat die Stadt aber auf die Vorwürfe reagiert. In einer Gemeinderatssitzung wurde jetzt ein ganzes Verbesserungspakt vorgestellt. Es reicht von Markierungsarbeiten bis hin zu einer deutlicheren Beschilderung. Zudem schlug die Verwaltung vor, die zum Teil recht eng gesetzten Schranken breiter zu setzen und zur Fahrbahnmitte hin so zu kappen, dass Radler besser durchkommen.

Von einem mag der Bürgermeister Martin Stölzle aber nicht abweichen: „Die Schranken sollen bleiben. Auf dem Radweg sind auch viele Kinder unterwegs. Es ist ein klassifizierter Schulweg. Da ist es egal, ob auf einer Straße 100 vorbeikommen, oder ob es nur ein Auto ist. Die Sicherheit geht vor“, sagt er. Die Gemeinderäte sahen es ebenso. Allerdings haben sie der Verwaltung den Auftrag gegeben, mit dem ADFC das Gespräch zu suchen, wie man nun die Querungen generell verbessern könne, und zwar, bevor der Bauhof an den Schranken einfach nur ein Stückchen abnimmt.

Alles nur eine Frage der Sichtweise – Kommentar von Klaus Nonnenmacher

Zugegeben, aus Sicht des Radfahrers ist es fürchterlich umständlich, wenn man plötzlich absteigen muss. Es gibt aber Verkehrssituationen, die das erfordern, Kreuzungen zum Beispiel. Dann kann man eben nicht weiterkurbeln. Dann muss man eben schieben. Schranken auf dem Radweg machen dort generell Sinn. Wer dennoch im Sattel bleibt, riskiert einen Sturz. Selber schuld.

Aus Sicht des Autofahrers müsste es viel mehr abgeschrankte Radwegquerungen geben. Oft genug bangen diese am Steuer, ob nicht doch von rechts oder links einer jener Zweiradrambos angerauscht kommt, der auch vor Zebrastreifen und Ampeln nicht Halt macht. Und aus Elternsicht sollte alles unternommen werden, damit die Kinder sicher zur Schule kommen.

Andererseits muss sich die Stadt schon fragen lassen, ob es notwendig ist, auch das kleinste Sträßchen komplett abzusichern, vor allem, wenn der Radweg dadurch für Radler unattraktiv wird. Zudem scheint die Radverkehrssicherung in Donzdorf miserabel ausgeführt worden zu sein. Andernorts gibt durchaus auch Abschrankungen, mit größeren Abständen oder schräg gestellt, die weniger unfallträchtig sind.

Offenbar war die Stadt nicht gut oder zu einseitig beraten. Das kann passieren. Schlecht ist, dass die Verwaltung Verbesserungsvorschläge für den Radweg vorlegt, die erneut nicht mit den Radlern, mit dem ADFC, abgesprochen wurden. Stadt und ADFC müssen nicht dieselbe Sichtweise haben. Aber sie können gemeinsam darum ringen, die Mängel zu beheben.

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