Unattraktiv Alles nur eine Frage der Sichtweise – Kommentar von Klaus Nonnenmacher

Von Klaus Nonnenmacher 

Zugegeben, aus Sicht des Radfahrers ist es fürchterlich umständlich, wenn man plötzlich absteigen muss. Es gibt aber Verkehrssituationen, die das erfordern, Kreuzungen zum Beispiel. Dann kann man eben nicht weiterkurbeln. Dann muss man eben schieben. Schranken auf dem Radweg machen dort generell Sinn. Wer dennoch im Sattel bleibt, riskiert einen Sturz. Selber schuld.

Aus Sicht des Autofahrers müsste es viel mehr abgeschrankte Radwegquerungen geben. Oft genug bangen diese am Steuer, ob nicht doch von rechts oder links einer jener Zweiradrambos angerauscht kommt, der auch vor Zebrastreifen und Ampeln nicht Halt macht. Und aus Elternsicht sollte alles unternommen werden, damit die Kinder sicher zur Schule kommen.

Andererseits muss sich die Stadt schon fragen lassen, ob es notwendig ist, auch das kleinste Sträßchen komplett abzusichern, vor allem, wenn der Radweg dadurch für Radler unattraktiv wird. Zudem scheint die Radverkehrssicherung in Donzdorf miserabel ausgeführt worden zu sein. Andernorts gibt durchaus auch Abschrankungen, mit größeren Abständen oder schräg gestellt, die weniger unfallträchtig sind.

Offenbar war die Stadt nicht gut oder zu einseitig beraten. Das kann passieren. Schlecht ist, dass die Verwaltung Verbesserungsvorschläge für den Radweg vorlegt, die erneut nicht mit den Radlern, mit dem ADFC, abgesprochen wurden. Stadt und ADFC müssen nicht dieselbe Sichtweise haben. Aber sie können gemeinsam darum ringen, die Mängel zu beheben.