Nicht zu fassen: Frisch-Auf-Trainer Ben Matschke. Foto: IMAGO/Maximilian Koch
Frisch Auf Göppingen belohnt sich nicht für eine lange Zeit sehr starke Leistung beim VfL Gummersbach und spielt nur 29:29. Die letzten Sekunden sind an Dramatik nicht zu überbieten.
Wer nur das Endresultat sieht, wird sagen: Mit einem 29:29 beim Spitzenteam VfL Gummersbach kann der Handball-Bundesligist Frisch Auf Göppingen doch prima leben. Tat das Team von Trainer Ben Matschke aber nicht. Denn beim Tabellenvierten führten die Grün-Weißen zu Halbzeit mit 19:12, kurz danach mit 21:13. Selbst als der VfL auf 24:25 rankam, antwortete Frisch Auf mit zwei Toren und ging mit 27:24 (53.) in Führung.
Es blieb eine Nervenschlacht. Beim 29:27 hatte Göppingen nach einer Auszeit 72 Sekunden vor Schluss den Ball. Dann leisteten sich erst Victor Klöve, dann Erik Persson zwei Fehlabgaben in der restlichen Spielzeit. Das Drama nahm seinen Lauf. Vier Sekunden vor Schluss traf Gummersbachs Nationalspieler Miro Schluroff mit seinem neunten Tor zum 29:29-Endstand. Die Schiedsrichter überprüften danach noch per Videobeweis, ob das Tor des VfL korrekt war – es zählte, und es bleib beim Unentschieden.
„Wir haben so lange einen super Job gemacht, es ist so schade, dass wir den Sieg noch herschenken. Das ist sehr, sehr enttäuschend“, sagte Frisch-Auf-Keeper Julian Buchele, der am Spieltag seinen 22. Geburtstag feierte, bei Dyn. Schluroff dagegen jubelte nach der irren Aufholjagd seines Teams: „Das war ein Punkt der Moral. Wir haben gekämpft wie die Schweine.“ Sein Trainer Gudjon Valur Sigurdsson sah es kritischer: „Das war ein absolut unverdienter Punkt. Göppingen war eindrucksvoll und klar die bessere Mannschaft.“
Enttäuscht: Göppingens Oskar Neudeck. Foto: IMAGO/Maximilian Koch
In den grandiosen ersten 35 Minuten hatte Frisch Auf in der Abwehr überragend gestanden und vorne die Aussetzer der fehlerhaften Gummersbach eiskalt genutzt. Vor allem die Rückraumspieler Erik Persson (6 Tore), Elias Newel und Oskar Sunnefeldt (je 5) zeigten sich vor 4132 Zuschauern in der ausverkauften Schwalbe-Arena treffsicher. Gegen Ende schwanden dem Matschke-Team auch etwas die Kräfte. Zumal Kapitän Ymir Gislason und Ole Pregler, der im Winter aus Gummersbach gekommen war, verletzt fehlten.
Bei allem Ärger über den vergebenen Sieg, kann Frisch Auf mit nun 13:3 Punkte in Serie für sich in Anspruch nehmen, inzwischen gegen jeden Gegner in der Liga mithalten zu können. Und die Entwicklung des jungen Teams ist noch lange nicht abgeschlossen. Das strich auch Coach Matschke hervor: „Ich bin begeistert von der Leistung meiner Mannschaft. Auch wenn es ärgerlich ist, dass wir am Ende die beiden Bälle wegwerfen – ein großes Kompliment, wie wir aufgetreten sind und auch dagegengehalten haben, als der VfL in der zweiten Halbzeit mit enormem Druck aufgekommen ist. Das Spiel zeugt wieder einmal von der tollen Entwicklung der Mannschaft, die in der ersten Halbzeit eine ihrer besten Halbzeiten der Saison gespielt hat“.
Die nächste Aufgabe wartet am 7. Mai (19 Uhr): Dann kommt die HSG Wetzlar in die EWS-Arena.