Unfallstatistik im Kreis Böblingen Zehn Menschen sterben 2025 im Straßenverkehr – deutlich mehr E-Scooter-Unfälle

Zwischen Grafenau und Weil der Stadt-Schafhausen kam es im vergangenen September zu einem tödlichen Verkehrsunfall. Foto: Dettenmeyer/SDMG/dpa

Die Zahl der Verkehrsunfälle im Kreis Böblingen nimmt weiter zu. Besonders E-Scooter-Unfälle steigen stark an. Ursachen, Entwicklungen und Risiken im Überblick.

Böblingen: Veronika Andreas (va)

Zehn Menschen haben im Jahr 2025 im Kreis Böblingen ihr Leben infolge eines Verkehrsunfalls verloren. Hinter dieser Zahl stehen persönliche Schicksale und tragische Ereignisse, die deutlich machen, dass Verkehrssicherheit weiterhin eine zentrale Herausforderung bleibt.

 

Insgesamt ist die Zahl der Verkehrsunfälle, bei denen Menschen verletzt oder getötet wurden, erneut leicht angestiegen. Im Landkreis Böblingen wurden insgesamt 1258 Unfälle registriert – das sind 86 Unfälle mehr als im Vorjahr, teilt das Polizeipräsidium Ludwigsburg, das auch für den Landkreis Böblingen zuständig ist, in seiner Verkehrsunfallbilanz mit.

Welche Zahlen in der Unfallbilanz 2025 stecken

Im Jahr 2025 sind demnach 1097 Personen bei Verkehrsunfällen leicht verletzt worden, das sind 121 mehr als im Jahr zuvor. Die Zahl der Schwerverletzten ist von 172 im Jahr 2024 auf 151 gesunken. Die Zahl der bei Unfällen getöteten stieg von sechs Personen im Jahr 2024 auf zehn. Verkehrsunfälle mit Sachschaden stiegen im Kreis Böblingen ebenfalls um 254 auf 10 488 Unfälle an.

Auf den Bundesautobahnen im Zuständigkeitsbereich des Polizeireviers Ludwigsburg – zu denen der Abschnitt auf der A 8 zwischen den Anschlussstellen Heimsheim und Wendlingen, die A 81 zwischen den Anschlussstellen Mundelsheim und Rottenburg sowie die A 831 gehört – gab es weniger Unfälle mit Verletzten, die Zahl sank um 38 im Vergleich zum Vorjahr.

Hauptunfallursachen sind Vorfahrtsverstöße und erhöhte Geschwindigkeit

Bei den Unfallursachen zeigt sich ein weitgehend unverändertes Bild. Vorfahrtsverstöße stellen weiterhin die häufigste Ursache für Verkehrsunfälle im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Ludwigsburg dar. Mit einem Anteil von 14,3 Prozent rangieren sie erneut auf Platz eins. Dicht dahinter folgen Fehler beim Abbiegen, Wenden und Rückwärtsfahren mit 13,1 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr haben diese beiden Hauptunfallursachen lediglich die Plätze getauscht. An dritter Stelle liegen mit jeweils 6,3 Prozent der nicht eingehaltene Sicherheitsabstand sowie überhöhte oder nicht angepasste Geschwindigkeit.

Bei den Unfallursachen auf den Autobahnen waren die meisten Verkehrsunfälle auf überhöhte oder nicht angepasste Geschwindigkeit zurückzuführen. Es folgt der nicht eingehaltene Sicherheitsabstand als zweithäufigste Ursache und Vorfahrtsfehler an dritter Stelle. Überhöhte oder nicht angepasste Geschwindigkeit führte, wie im Jahr zuvor, auch 2025 zu den meisten Verkehrsunfällen mit Schwerverletzten oder Toten.

Die Zahl der Verkehrsunfälle im Zusammenhang mit Alkoholkonsum ist im Jahr 2025 deutlich zurückgegangen. Im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Ludwigsburg wurde ein Rückgang um 19,9 Prozent verzeichnet. Auch im Landkreis Böblingen zeigt sich eine spürbare Abnahme: Die Zahl der Alkoholunfälle sank um 23 Prozent von 139 auf 107 Fälle. Auf den Autobahnen wurde ebenfalls ein Rückgang um 20 Prozent registriert, die Fallzahlen gingen von 40 auf 32 zurück.

Die Zahl der Unfälle mit E-Scootern ist stark angestiegen

Die Zahl der Verkehrsunfälle unter Beteiligung von Motorrädern ist im Kreis Böblingen weiter gestiegen. Waren es im Jahr 2024 noch 128 Unfälle so wurden 2025 145 Unfälle registriert. Auch die Zahl der tödlich verunglückten Motorradfahrer im gesamten Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Ludwigsburg stieg deutlich an und erhöhte sich von drei auf sieben Personen.

Wie gefährlich E-Scooter sind zeigt auch die Verkehrsunfallbilanz 2025: Gegenüber dem Vorjahr nahm die Zahl der registrierten Unfälle insgesamt sowie im Landkreis Böblingen deutlich zu. Im Kreis Böblingen wurden im Jahr 2025 insgesamt 89 Verkehrsunfälle mit E-Scootern verzeichnet. Zum Vergleich: Im Jahr 2022 lag die Zahl noch bei 18, im Jahr 2024 bei 54 Fällen. Im gesamten Zuständigkeitsbereich des Präsidiums kam im Jahr 2025 eine Person bei einem E-Scooter-Unfall ums Leben, zudem wurden 14 Personen schwer und 129 leicht verletzt.

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