Die Unfallstatistik des Polizeipräsidiums Ludwigsburg weist für das Jahr 2025 einen äußerst traurigen Rekord aus: Im Kreis Ludwigsburg hat es so viele Verkehrstote gegeben wie seit einem Jahrzehnt nicht mehr. Insgesamt sind 20 Personen ums Leben gekommen. Im Kreis Böblingen, für den das Polizeipräsidium ebenfalls zuständig ist, hat es weitere zehn Tote gegeben
Besonders tragisch: Unter den Todesopfern ist auch ein zweijähriges Mädchen. Bei einem Unfall Ende Januar 2025 war eine 57-Jährige aufgrund eines medizinischen Notfalls bei Gemmrigheim in den Gegenverkehr geraten und hatte einen entgegenkommenden Mitsubishi gestreift und war anschließend frontal mit einem Opel zusammengestoßen. In diesem saß das Mädchen, das nach dem Unfall mehrere Wochen im Koma lag und schließlich seinen Verletzungen im Krankenhaus erlag.
Kinder immer häufiger betroffen
Grundsätzlich weist die Unfallstatistik einen starken Anstieg auf, was Unfälle mit Beteiligung von Kindern im Alter von null bis 13 Jahren angeht. Die Fallzahlen im Zuständigkeitsgebiet des Polizeipräsidiums Ludwigsburg stiegen hier insgesamt um über 33 Prozent auf 214 Unfälle an. Davon ereigneten sich 118 Unfälle im Kreis Ludwigsburg. Wie die Polizei weiter mitteilt, waren die Kinder in 64 Prozent der Fälle auch die Verursacher der Unfälle – besonders häufig war der Nachwuchs dabei mit dem Fahrrad unterwegs.
Der Anstieg bei zwei Gruppen, die häufig im Mittelpunkt von Debatten rund um das Thema Sicherheit im Straßenverkehr stehen, fällt tatsächlich nur minimal aus. Die Anzahl der Unfälle, die von Senioren – die Polizei zählt hierunter alle Menschen ab 65 Jahren – verursacht wurden, stieg im Kreis Ludwigsburg lediglich um 0,5 Prozent von 1413 auf 1420 Fälle an. Was die jungen Autofahrer im Alter zwischen 18 und 23 Jahren angeht, gab es im Kreis Ludwigsburg tatsächlich sogar eine Abnahme um minus 1,2 Prozent, von 1023 auf 1011 Unfälle.
Was beide Gruppen vereint: Vorfahrtsverstöße und Fehler beim Abbiegen, Wenden und Rückwärtsfahren führten insgesamt am häufigsten zu den selbstverursachten Unfällen. Dann gehen die Gründe jedoch auseinander: Bei den Jüngeren liegen tatsächlich Geschwindigkeitsverstöße auf Platz zwei. Bei den Senioren rückt dagegen das Thema „Fahrtüchtigkeit“ als Unfallursache in den Fokus. Darunter zählt die Polizei unter anderem Alkohol und Drogen, aber auch Themen wie Übermüdung oder gesundheitliche und körperliche Probleme.
Trotz der Steigerung der Todesfälle kann die Polizei insgesamt eine positive Bilanz in Sachen Unfallstatistik ziehen. Der Anstieg der Unfallzahlen in den Kreisen Ludwigsburg und Böblingen fällt mit 1,2 Prozent äußerst moderat aus. Insgesamt wurden 31.161 Unfälle registriert. Zudem gab es eine Abnahme der Zahl der Schwerverletzten um minus 15,2 Prozent. Damit belegt die Region einen Spitzenplatz im Landesvergleich.