Unfälle und Staus auf den Autobahnen in der Region Zu hohes Tempo bringt den Tod

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Im Schnitt gibt es täglich zwölf Unfälle auf den Autobahnen rund um Stuttgart. Sie werden oft durch zu schnelles Fahren und zu geringen Abstand zu anderen Fahrzeugen verursacht. Ein weiteres Blitzgerät soll Unfälle verhindern helfen.

Ein 68-Jähriger raste in diesem Februar auf der A 81 zwischen Mundelsheim und Pleidelsheim in einen Lastwagen – er starb an der Unfallstelle. Foto: Andreas Rosar, Fotoagentur-Stuttgart
Ein 68-Jähriger raste in diesem Februar auf der A 81 zwischen Mundelsheim und Pleidelsheim in einen Lastwagen – er starb an der Unfallstelle. Foto: Andreas Rosar, Fotoagentur-Stuttgart

Stuttgart - Staus und Unfälle auf den Autobahnen rund um Stuttgart und Leonberg gehören zum Alltag – doch wo sind die neuralgischen Punkte, an denen erhöhte Vorsicht geboten ist? Einer der Gefahrenschwerpunkte ist dort, wo er wohl am wenigsten vermutet wird. Eine große Zahl an Unfällen ereignete sich 2018 zwischen dem Leonberger Dreieck und dem Stuttgarter Kreuz in Richtung München. Vor allem auf der Steigung unweit der Raststätte Sindelfinger Wald. „Es wird oft zu wenig Abstand gehalten“, bilanziert Markus Krauß von der Verkehrspolizeidirektion Ludwigsburg mit Sitz in Stuttgart-Vaihingen. Außerdem ist Unachtsamkeit beim Fahrspurwechsel meist der Grund für die Kollisionen, die kilometerlange Staus nach sich ziehen.

2017 gab es mehr unfallträchtige Baustellen

„Bei 160 000 Fahrzeugen täglich am Stuttgarter Kreuz wünscht man sich eine weitere Fahrspur“, sagt Krauß. Doch weiß er: Die Fläche im Ballungsraum ist sehr knapp bemessen. Wo es möglich ist, könne der Standstreifen als Fahrspur genutzt werden. Zur Verkehrsbeobachtung sind zu den Hauptverkehrszeiten auf der A 8 und A 81 Streifen im Einsatz – sie stehen zuweilen auch am Fahrbahnrand.

Genau 4234 Unfälle ereigneten sich im vorigen Jahr im Zuständigkeitsbereich der Ludwigsburger Verkehrspolizeidirektion auf den Autobahnen. Es gab 784 Leicht- und 78 Schwerverletzte. Drei Menschen starben. Im Jahr 2017 wurden 780 Unfälle mehr aufgenommen. Mit nahezu gleich vielen Verletzten, jedoch einem Verkehrstoten mehr. 2017 hatte es noch mehr unfallträchtige Baustellen gegeben.

68-Jähriger wird aus seinem Wagen geschleudert

Markus Krauß, seit zwei Jahren Sachbereichsleiter des Autobahn-Streifendienstes, wird nach wie vor zu schwereren Unfällen gerufen. Wie zuletzt am frühen Morgen des 28. Februar. Ein Lastwagenfahrer war zwischen den Anschlussstellen Mundelsheim und Pleidelsheim Richtung Stuttgart von der rechten auf die mittlere Spur gewechselt, weil ein Auto aus dem Parkplatz Kälbling auf die A 81 eingebogen war. Ein 68 Jahre alter Fahrer auf der mittleren Spur konnte hinter dem Lastwagen nicht mehr bremsen. Er schleuderte aus dem Wagen, sein Fahrzeug kollidierte mit einer Schilderbrücke. Der Mann starb am Unfallort. Die Autobahn war stundenlang gesperrt. „Wir tun alles, damit die Bergung und die Reinigung der Fahrbahn schneller beendet ist,“ versichert Krauß, „aber die Einsatzkräfte sind auch nur Menschen.“

Um die Raser zur Räson zu bringen, hängen über den Autobahnen elektronische Geschwindigkeitstafeln, die je nach Verkehrsdichte das Tempolimit anzeigen. Auch stationäre Blitzer – gegenwärtig gibt es im Stuttgarter Bereich drei – mahnen die Fahrer: runter vom Gas. Vor einiger Zeit stand ein viertes Gerät zwischen dem Stuttgarter Kreuz und dem Leonberger Dreieck. Laut Krauß soll dort eine neues Blitzgerät noch in diesem Jahr installiert werden.

Erhöhte Gefahr vor allem an Ein- und Ausfahrten

Gefahren lauern besonders an Ein- und Ausfahrten von Parkplätzen, Autobahnanschlussstellen und Abzweigungen. Zu Unfällen und Staus kommt es vor allem bei Leonberg und Böblingen/Sindelfingen – jeweils in beide Richtungen. Oft schepperte es 2018 zwischen dem Leonberger Dreieck und dem Kreuz Stuttgart Richtung München. Ein weiterer Unfallschwerpunkt befindet sich zwischen Ludwigsburg-Nord und der Anschlussstelle Stuttgart-Zuffenhausen. „Dann geht oft nichts mehr,“ sagt Krauß. Der Lauffener fährt selbst täglich auf der A 81 zum Dienst und wieder nach Hause. Bei Stau sind auch die Ausweichstrecken voll. Da gebe es nur eines, meint er: „Mehr Zeit einplanen.“