Unfallbilanz 2025 Polizei registriert immer mehr Unfälle mit E-Scootern im Kreis Esslingen

E-Scooter erfreuen sich wachsender Beliebtheit als Fortbewegungsmittel – das macht sich in der Unfallstatistik bemerkbar. Foto: dpa/Uwe Anspach

Noch nie verletzten sich so viele Menschen mit E-Scootern wie 2025. Insgesamt ist die Zahl der Verkehrsunfälle im Kreis Esslingen leicht gestiegen.

Reporter: Elke Hauptmann (eh)

Die schnellen Roller sind für viele ein praktisches Fortbewegungsmittel – und für immer mehr Menschen auch eine echte Gefahr: 2025 ereigneten sich im Kreis Esslingen 83 Unfälle mit E-Scootern. Die Zahl schoss damit im Vergleich mit dem Vorjahr um 113 Prozent nach oben. 62 Menschen wurden dabei verletzt, zehn davon schwer. Das geht aus der jüngst vorgelegten Verkehrsunfallstatistik des Polizeipräsidiums Reutlingen hervor.

 

Im Zuständigkeitsbereich der Behörde – dazu gehören die Landkreise Esslingen, Tübingen, Reutlingen sowie der Zollernalbkreis – hat die Zahl der Unfälle mit E-Scootern mit 227 einen neuen Höchststand erreicht. 2024 wurden noch 136 Unfälle registriert, 2021 waren es lediglich 14. „Hier spielen die wachsende Beliebtheit und Verfügbarkeit dieses Verkehrsmittels eine entscheidende Rolle“, erklärt ein Sprecher des Polizeipräsidiums den massiven Anstieg. Laut dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft nimmt vor allem die Anzahl privater Scooter rasant zu, Leih-Roller würden nur rund 20 Prozent des Bestands ausmachen.

Die Nutzer von E-Scootern fahren nicht selten unter Alkoholeinfluss

Auch wenn die Zahl bedenklich klingt, ist der Anteil der sogenannten Elektrokleinstfahrzeuge am gesamten Unfallgeschehen relativ gering. Insgesamt verzeichnete das Reutlinger Polizeipräsidium in seinem Zuständigkeitsbereich im vergangenen Jahr 33 847 Verkehrsunfälle. Auffällig ist jedoch: Von den 227 E-Scooter-Unfällen geschahen 23 unter Alkoholeinfluss. Jeder zehnte Unfallbeteiligte fuhr also angetrunken mit dem Gefährt – dabei gilt auch für die E-Rollerfahrer eine 0,5-Promille-Grenze. In zwei Fällen standen die Nutzer unter Drogeneinfluss.

14 975 Verkehrsunfälle haben sich im vergangenen Jahr auf den Straßen und Radwegen im Landkreis Esslingen ereignet

Bei E-Scooter-Unfällen war knapp zwei Drittel der Beteiligten jünger als 24 Jahre, heißt es im Jahresbericht der Polizei. Das ist einfach zu erklären: Die bis zu 20 Kilometer pro Stunde schnellen Roller darf man schon mit 14 Jahren fahren, man braucht dafür weder eine Fahrerlaubnis noch eine Mofa-Prüfbescheinigung. Und das große Angebot an Leih-Rollern animiert vor allem Jugendliche zur Nutzung. Häufig auch zu übermütigem Gebrauch, stellt der Unfallforscher Siegfried Brockmann von der Björn-Staiger-Stiftung fest: „Was wir oft sehen, sind Spaßfahrten zu zweit oder sogar zu dritt.“

Die Zahl der Unfälle im Kreis Esslingen ist 2025 leicht gestiegen. Foto: imago/Bihlmayerfotografie

Sieben Menschen verloren ihr Leben im Straßenverkehr

Der polizeilichen Statistik zufolge ereigneten sich im Kreis Esslingen im vergangenen Jahr 14 975 Unfälle im Straßenverkehr, das sind 106 mehr als im Jahr zuvor. Sieben Menschen verloren dabei ihr Leben, 200 wurden schwer und 1456 leicht verletzt. Erfasst wurden zum Beispiel 4850 Unfälle mit Pkw und 570 mit Lastwagen. Die Zahl der Fußgängerunfälle liegt mit 164 nahezu auf Vorjahresniveau.

Hingegen sind im vergangenen Jahr im Kreisgebiet mehr Zweiradfahrer verunglückt als 2024. Bei 204 Motorradunfällen (plus 15) wurden 157 Fahrer und Mitfahrer verletzt, drei Menschen starben. Erfasst wurden zudem 614 Unfälle mit Radfahrern (plus 67), hier gab es drei Todesopfer zu beklagen sowie 96 Schwer- und 437 Leichtverletzte. In der Zahl enthalten sind 243 Unfälle mit Pedelecs. Die Popularität der Fahrräder mit Motorunterstützung schlage sich deutlich in der Unfallbilanz nieder, heißt es seitens der Polizei. Mit zunehmender Nutzung steige die Zahl der Unglücke stetig an.

Laut Polizei sind das die häufigsten Unfallursachen

Fehler beim Abbiegen, Wenden oder Rückwärtsfahren führten nach Angaben des Reutlinger Polizeipräsidiums am häufigsten zu Verkehrsunfällen – allein in 1319 Fällen war dies ursächlich für Crashs. Das Missachten der Vorfahrt war mit 834 Fällen die zweithäufigste Unfallursache, gefolgt von zu geringem Abstand (310), mangelnder Verkehrstüchtigkeit (234), nicht angepasste Geschwindigkeit (227), Fehler beim Überholen (108) und Ablenkung (31).

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