Unfallfahrt in Stuttgart Fahrer des geraubten Transporters: „Ich hatte Angst, er würde mich schlagen“

Sukhwinder Singh berichtet, wie er die Schrecksekunden miterlebte. Foto: Blaulichtzentrale.de/Screenshot

Ein Mann drängt einen Transporterfahrer zum Aussteigen, stiehlt dessen Fahrzeug und verursacht damit einen Unfall. Nun spricht der Transporterfahrer über die kritischen Sekunden.

Digital Desk: Sascha Maier (sma)

Ein 27-Jähriger soll in der Nacht auf Donnerstag einen Transporter in Stuttgart geraubt und mit diesem im Anschluss einen Unfall verursacht haben. In einem Video schildert der Transporterfahrer Sukhwinder Singh, wie der Tatverdächtige sein Fahrzeug an einer Ampel am Rotebühlplatz in Stuttgart-Mitte an sich gerissen habe.

 

Als Singh mit seinem Transporter gegen 3 Uhr am Donnerstagmorgen mehrere E-Scooter an deren Abstellplätze zurückbringen wollte, habe er einen Mann mit einem Taxifahrer streiten sehen. „Dann kam er über die Ampel“, schildert er, habe sich Singhs Fahrzeug genähert und gegen die Tür getreten. „Ich hatte Angst, er würde mich schlagen.“

Transporterfahrer: „Sein ganzer Mund war voller Blut“

Singh sei über die Beifahrerseite ausgestiegen. „Nach drei, vier Sekunden ist er dann dort eingestiegen“, sagt der Transporterfahrer. Er habe „erst gar nicht verstanden, was passiert ist.“ Dann sei der Tatverdächtige weggefahren, der Schlüssel steckte offenbar noch.

Der Transporterfahrer Sukhwinder Singh schildert die dramatischen Szenen hier im Video:

Das Erscheinungsbild des Tatverdächtigen beschriebt Singh als furchteinflößend: „Sein ganzer Mund war voller Blut.“ Blessuren, die womöglich aus einer vorangegangenen Auseinandersetzung stammten, mutmaßt Singh. Kurz danach habe er die Polizei informiert.

Aber da war es schon zu spät, zumindest für den Transporter: Wie die Polizei berichtete, kam der Tatverdächtige nicht weit. Auf der Fritz-Elsas-Straße Richtung Berlin Platz kam der Transporter, ein Toyota Proace Max, von der Fahrbahn ab, überfuhr in einem Gleisbereich mehrere Warnbaken, krachte dann in eine Ampel, bevor er auf dem Berliner Platz zum Stehen kam. Sachschaden: mehrere Zehntausend Euro, schätzt die Polizei.

Das Unfallfahrzeug – die Polizei spricht von mehreren Zehntausend Euro Sachschaden. Foto: Blaulichtzentrale.de/Alexander Hald

Der 27-Jährige sei anschließend aus dem Unfallfahrzeug gestiegen und habe sich in einem Gebüsch versteckt, wo ihn die Beamten kurz nach ihrem Eintreffen stellten. Er sei unter Alkoholeinfluss, vermutlich auch unter Drogeneinfluss gestanden und wurde in ein Krankenhaus gebracht.

Verkehr bis in den Morgen geregelt

Da die Ampel durch den Zusammenstoß mit dem Transporter beschädigt wurde, musste die Polizei den Verkehr am Berliner Platz bis in die Morgenstunden regeln. Ab 8.40 Uhr sei die Ampel wieder funktionsfähig gewesen.

Transporterfahrer Singh ist traurig, dass der Toyota-Transporter jetzt Schrott ist, sagt er. Ein nagelneues Fahrzeug sei es gewesen, ein E-Transporter. Singh – das merkt man ihm an, wenn er über das Auto spricht – ist gerne mit dem Transporter gefahren.

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