Unfallschwerpunkt im Kreis Göppingen Wo es auf der A 8 besonders oft kracht

Die A 8 bei Gruibingen liegt landesweit auf Platz zwölf der gefährlichsten Straßenabschnitte. Foto: dpa/Marcus Brandt

Wo kracht es besonders oft auf den Straßen in Baden-Württemberg? Nach den Zahlen der Unfallstatistik der Allianz Direct liegt die A 8 bei Gruibingen im Land auf Platz zwölf der gefährlichsten Straßenabschnitte.

Im Jahr 2023 hat es auf dem Abschnitt der Autobahn 8 insgesamt 27 Unfälle gegeben. Bei zwei Unfällen wurden Menschen schwer verletzt, 25 Mal kamen die Unfallbeteiligten mit leichten Verletzungen davon.

 

Die A8 liegt auf dem ersten Platz der Allianz-Statistik zu den Unfall-Hotspots. Im Bereich Leonberg gab es 2023 insgesamt 49 Unfälle. Die Zahlen der Statistik bestätigt der Sprecher der Polizeidirektion in Ulm: „Ja, es trifft zu, dass der Streckenabschnitt auf der BAB 8, Fahrtrichtung München auf Gemarkung Gruibingen, 2023 als Unfallhäufungsstelle verifiziert werden konnte.“ Die Auffälligkeiten hinsichtlich der Unfälle beginnen bei der Ausfahrt der Raststätte bei Gruibingen und reichen bis in den Tunnel hinein, beschreibt der Polizeisprecher den betroffenen Bereich der A8. Ein besonders schwerer Unfall ereignete sich im Mai vergangenen Jahres.

Vier Auffahrunfälle in kurzer Zeit

Auch bei vielen anderen Unfällen führte ein Spurwechsel, das Übersehen des Stauendes oder zu geringer Abstand zu den Unfällen. So auch am 13. Januar 2023, als sich bei Gruibingen in kurzer Zeit gleich vier Auffahrunfälle mit acht beteiligten Fahrzeugen ereigneten. Los ging es um 19.30 Uhr mit einem Auffahrunfall etwa 500 Meter vor dem Gruibinger Tunnel in Fahrtrichtung München. Gegen 19.30 Uhr musste ein 52-Jähriger mit seinem Alfa Romeo bremsen. Ein hinter ihm fahrender 25-Jähriger in einem Citroën bemerkte dies zu spät und fuhr auf – geschätzter Sachschaden: 4000 Euro. Kurz darauf eine ähnliche Szene: Ein 27-jähriger Mercedes-Fahrer bremste, ein 18-Jähriger in einem BMW, fuhr auf – Sachschaden: 10 000 Euro. Um 19.40 Uhr dann der nächste Unfall: Der 28-jährige Fahrer eines VW Golf musste bremsen, eine 58-jährige Mercedes-Fahrerin fuhr auf, Schaden 3000 Euro. Gegen 20.30 Uhr schließlich fuhr auch noch ein Audi-Fahrer auf einen vor ihm fahrenden Lastwagen auf.

Die Unfallproblematik auf dem Abschnitt der A8 gibt es seit einigen Jahren. Die Auswertung der Polizei in den Jahren 2021 bis 2023 zeigt, dass die Zahl der Unfälle unverändert hoch ist.

In diesen drei Jahren erfasst die Polizei auf der A8 bei Gruibingen in der Summe 56 Verkehrsunfälle mit drei schwer verletzten Personen und 29 Leichtverletzten. In diesem Zeitraum gab es zudem einen Unfall mit einem Toten. „Beim Großteil der Unfälle handelte es sich um Auffahrunfälle, die sicher dem zeitweise sehr hohen Verkehrsaufkommen und der Hell-Dunkel-Problematik an der Tunneleinfahrt zuzuschreiben sind“, erläutert der Polizeisprecher. Das bestätigt auch der Unfallatlas der statistischen Ämter des Bundes und der Länder. Auch hier ziehen sich die als rote Punkte markierten Unfälle im vergangenen Jahr von der Raststätte bis in den Tunnel Gruibingen hinein.

Maximal 100 Kilometer pro Stunde

Nach Angaben des Pressesprechers der Polizei gilt auf dem Streckenabschnitt bereits eine Begrenzung der Geschwindigkeit auf maximal 100 Kilometer pro Stunde. „Weiterhin wird bereits auf Höhe der Rastanlage Gruibingen mittels Gefahrbeschilderung auf eine mögliche Staugefahr hingewiesen.“

Zusätzlich seien direkt vor der Einfahrt in den Tunnel Wechselverkehrszeichen angebracht worden, mit denen automatisiert auf die individuelle Situation des Verkehrs reagiert werden kann.

„Als Sofortmaßnahme wurde von der Unfallkommission die Anordnung einer beidseitigen Gefahrbeschilderung mit Zusatzzeichen Unfallgefahr und gelbem Blinklicht vor dem Tunnelportal beschlossen“, erklärt der Polizeisprecher. Diese Beschilderungen wurden Ende Juli dieses Jahres aufgestellt. Aussagen zur Wirksamkeit könnten derzeit noch nicht getroffen werden, so der Sprecher der Polizei weiter.

Um den Unfallschwerpunkt vor und im Tunnel Gruibingen auf Dauer zu entschärfen, würden „mittelfristig die Möglichkeiten baulicher Maßnahmen bei der Verkehrsbehörde geprüft.“

Massenkarambolage im Pfingstreiseverkehr

Karambolage
 Ende Mai vergangenen Jahres kam es beim Gruibinger Tunnel zu einem Unfall im Pfingstreiseverkehr, nach dem die Autobahn für Stunden gesperrt werden musste. Bei der Karambolage wurden sieben Menschen verletzt, drei davon schwer. Sechs Fahrzeuge wurden beschädigt. Der Schaden betrug mindestens 150 000 Euro.

Unfallursache
 Der Grund war der Wechsel von drei auf zwei Fahrspuren. Dies bemerkte ein Autofahrer auf der pur zu spät und lenkte abrupt nach rechts. Dort stieß er gegen einen Sattelzug, wurde um 180 Grad gedreht und prallte frontal mit einem anderen Fahrzeug zusammen. Einen Geländewagen schob der Sattelzug auf die linke Spur, wo dieser ein weiteres Fahrzeug rammte. Der Sattelzug prallte in die Leitplanke, schlitterte nach rechts, kollidierte mit einem vierten Auto und prallte in die Betonwand.

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