Im vergangenen Jahr hat es auf den Straßen wieder häufiger gekracht. In den Landkreisen Rems-Murr, Ostalb und Schwäbisch Hall starben aber so wenige Menschen wie seit Langem nicht mehr.

Rems-Murr: Phillip Weingand (wei)

Nicht nur die Kriminalitätsrate hat im Jahr 2022 wieder recht deutlich angezogen – nach einem starken Rückgang, der auch auf die coronabedingten Einschränkungen zurückzuführen war. Auch die Zahl der Verkehrsunfälle im Rems-Murr-Kreis hat zugenommen. Dieser Anstieg ist allerdings mit gut fünf Prozent nur leicht: In den Kreisen Rems-Murr, Ostalb und Schwäbisch Hall krachte es insgesamt 23 802 Mal. Für diese Landkreise ist das Polizeipräsidium Aalen zuständig, welches seine jährliche Statistik vorgestellt hat.

 

Trotz dieses Anstiegs ließen auf den Straßen weniger Unfallopfer ihr Leben. Im gesamten Präsidiumsbereich überlebten 19 Menschen einen Unfall nicht, im Jahr zuvor waren es noch 27 gewesen. Dieser Wert ist der niedrigste seit dem Bestehen des Polizeipräsidiums. Im Rems-Murr-Kreis allein gab es jedoch eine Steigerung, da sich sieben der tödlichen Unfälle hier ereigneten.

Bei den tödlichen Unfällen und jenen mit Verletzten bleibt die Geschwindigkeit die Ursache Nummer eins. „Wir sprechen hier von nicht von der absoluten Geschwindigkeit, sondern von nicht angepasster Geschwindigkeit“, sagt der Vizepolizeipräsident Wolfgang Reubold. Bei fast der Hälfte der tödlichen Unfälle war dies die Ursache, in einem Fünftel der Fälle missachtete der Verursacher die Vorfahrtsregeln. In einem Zehntel der Fälle war ein zu geringer Abstand die Unfallursache.

Viele Radfahrer ohne Helm verunglückt

Für 2022 fällt auf, dass sich die Elektromobilität immer stärker in der Statistik bemerkbar macht. Die Zahl der verunglückten Fahrer von Pedelecs beziehungsweise E-Bikes ist deutlich angestiegen. In den drei Landkreisen gab es einen Anstieg der Pedelec-Unfälle von 44 Prozent. „Erstmals wurden genau so viele Pedelecfahrende getötet wie Motorradfahrende“, sagt Reubold. Drei Todesopfer seien jeweils zu beklagen. Auch E-Scooter tauchen nun in der Unfallstatistik auf. Diese Unfallzahlen sind eher gering – doch wenn es passiert, ist die Verletzungsgefahr hoch.

Auch die Zahl der Unfälle mit klassischen Fahrrädern ist um ein Viertel angestiegen, wobei kein Radfahrer getötet wurde. Dennoch auffällig: In gut zwei Dritteln der Unfälle wurden diese von den Radfahrern selbst verursacht. Ebenfalls fällt in der Statistik auf, dass von den verunglückten Pedelec-, Fahrrad- und E-Bike-Fahrern nur rund die Hälfte einen Helm getragen hat.

Bei den Motorradfahrern gab es zwar einen leichten Anstieg der Unfallzahlen, doch die Zahl der Getöteten hat einen historischen Tiefststand erreicht. Auch die Zahl der Schwerverletzten ist gesunken. In fast sechs von zehn Fällen hatten die Biker die Unfälle selbst verursacht.

Ebenfalls nahm die Zahl der Unfälle zu, in die Senioren verwickelt waren. Diese stiegen um fast ein Viertel an. „Fast zwei Drittel der Unfälle wurden durch die Senioren selbst verursacht.“ Für 2023 hofft Wolfgang Reubold, dass Kontrollen und Präventionsveranstaltungen zu einer Senkung der Unfallzahlen beitragen können.