Ein Bolzplatz in der Mühlhäuser Straße wurde verschlimmbessert. Ironisch-bittere Plakate zeigen die Enttäuschung über die Lage.
Jahrelang haben die Anwohner in Hofen darauf gewartet, dass der Bolzplatz in der Mühlhäuser Straße bei Gebäude 317 in der Nähe der Festwiese saniert wird. Dann hat es endlich geklappt. Doch das Ergebnis enttäuschte: Auf dem Platz ist der gleiche Belag wie vorher wieder aufgebracht worden. Dabei war der mit ein Grund für die Sanierung. Es ist ein wassergebundener Sportplatzbelag, auf dem Steinchen liegen.
Eltern kritisieren die Verletzungsgefahr für Kinder. Die Kritik gipfelte in einem Antrag der CDU-Bezirksbeiratsfraktion mit der Forderung, dass der Platz nochmals erneuert und mit einem ungefährlichen Kunststoffbelag versehen werden soll. Dieser Antrag wurde im Herbst vergangenen Jahres vom Bezirksbeirat Mühlhausen verabschiedet.
Plakat mit kritischen Kommentaren
Doch ein neuer Belag ist nicht in Sicht. Stattdessen hängen jetzt Plakate am Bolzplatz, auf denen steht: „Nach umfassenden Umbauarbeiten des ehemaligen Sportplatzes Hofen präsentiert die Stadt Stuttgart stolz: den Park & Ride U12? Oder auch die Bewerbungsfläche Landesgartenschau 2036.“ Andere Vorschläge auf dem Plakat: „Die MMA-Arena Mühlhausen, den Olympiastützpunkt Bodenturnen Süd, das Hamstergroßgehege Mühlhausen, das Salamanderhabitat MES3“. Weitere Vorschläge als Bezeichnung der Fläche lauten: „Wohnmobilstellplatz Hofen“ oder den „Hofener Zen-Garten“ oder den „städtischen Kindersteinbruch oder die Grüngutsammelstelle Ca-Mü-Max“.
Bezirksbeirat fordert Kunststoffbelag
In ihrem Antrag hatten die Christdemokraten darauf verwiesen, dass sie bei der Sanierung des Platzes nicht informiert worden seien, dass es für die Erneuerungsarbeiten einen extra Antrag bedurft hätte, weil die Fläche in einem Landschaftsschutzgebiet liege. Die Baugenehmigung sei verbunden gewesen mit einem Lärmgutachten und einer eventuellen Begrenzung der Nutzungszeiten. Die Räte hatten kritisiert, dass sie nicht hinnehmen wollen, dass auf alles Mögliche geachtet werde, nur nicht auf die Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen.
Bewegungsplätze für Kinder in Hofen
Jetzt in den Ferien haben die nämlich ein Problem, wo sollen sie sich kostenfrei bewegen: Der Sportplatz an der Grundschule Hofen sei zwischenzeitlich auch gesperrt, ebenso wie der Tartanplatz an der Turnhalle der Jörg-Ratgeb-Schule. Der Rasenplatz dort sei ja sowieso eingezäunt. In Hofen gebe es sonst keine andere Bewegungsfläche. Und das in den Sommerferien, wo nicht jedes Kind sechs Wochen im Urlaub sein kann oder einen Waldheimplatz habe. Anwohnern stößt dies weiterhin bitter auf.
Die Stadtverwaltung Stuttgart verweist auf Nachfrage beim Belag auf eine übliche Bauweise. Der überschüssige Splitt werde demnächst abgekehrt. Es sei eine Sanierung im Bestand gewesen, äußerst sich Stadtsprecher Oliver Hillinger. Eine Änderung des Belags hätte eine baurechtliche und landschaftsschutzrechtliche Genehmigung erfordert. Der Bestand des Platzes sollte nicht gefährdet werden. Es sei der einzige öffentliche Bolzplatz in Hofen. Denn der fußläufig erreichbare Schulsportplatz sei derzeit wegen Vandalismusschäden gesperrt und müsse über die Ferien repariert werden.