Ungewollte Kinderlosigkeit Fast jedes zehnte Paar in Deutschland ungewollt kinderlos

Von AFP/ 

Kinder zu bekommen, ist eigentlich die normalste Sache der Welt. Doch bei vielen bleibt der Wunsch unerfüllt. Hinzu kommt das Gefühl, stigmatisiert zu sein.

Die Zahl derjenigen,  die sich aufgrund ihrer Kinderlosigkeit stigmatisiert und diskriminiert fühlen, ist einer Studie zufolge deutlich gestiegen. Foto: Matthias Hiekel/zb/dpa
Die Zahl derjenigen, die sich aufgrund ihrer Kinderlosigkeit stigmatisiert und diskriminiert fühlen, ist einer Studie zufolge deutlich gestiegen. Foto: Matthias Hiekel/zb/dpa

Penzberg - Fast jedes zehnte Paar in Deutschland im Alter zwischen 25 und 59 Jahren ist laut einer Studie ungewollt kinderlos. Zudem sei die Zahl der Frauen, die endgültig kinderlos bleiben, zwischen 2008 und 2018 von 17 Prozent auf 21 Prozent gestiegen, ergab die Untersuchung „Ungewollte Kinderlosigkeit 2020“ des Delta-Instituts für Sozial- und Ökologieforschung im bayerischen Penzberg.

Für die Studie waren den Angaben zufolge Intensivgespräche mit Frauen und Männern zwischen 20 und 50 Jahren geführt und zudem eine repräsentative Befragung von 3000 weiteren Frauen und Männern ausgewertet worden.

Demnach sagte jeder zweite Befragte, dass ungewollte Kinderlosigkeit heute stigmatisiert werde. Etwa genauso viele sehen darin ein gesellschaftliches Tabuthema. Dabei fühlen sich Frauen deutlich stärker belastet als Männer. 

Lesen Sie hier: Ungewollte Kinderlosigkeit – Wenn die Uhr immer lauter tickt

„Kinderlosigkeit ist kein Tabu“

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) sagte dazu: „Kinderlosigkeit ist kein Makel, Kinderlosigkeit ist kein Tabu.“ Die Studie zeige, dass viele betroffene Paare mit ihren Sorgen und Nöten alleine blieben und sich unverstanden und ausgegrenzt fühlten. „Das müssen wir ändern“, betonte die Ministerin.

Giffey warb dafür, dass betroffene Frauen und Männer sich beraten lassen sollten: „Die Fachkräfte der Kinderwunschberatung können hier ein ganz wichtiger Begleiter werden. Niemand muss Hemmungen haben, eine solche Beratung in Anspruch zu nehmen.“ 

Lesen Sie hier: Diskussion übers Kinderkriegen – Kinderlos glücklich?

Seit 2012 unterstützt der Bund ungewollt kinderlose Paare mit einem finanziellen Zuschuss zu Behandlungskosten. Bislang beteiligen sich neun Bundesländer an dem Programm. Bis zum Jahresende soll nach Angaben des Bundesfamilienministeriums Bayern als zehntes Land hinzukommen.




Unsere Empfehlung für Sie