Uni Hohenheim begrüßt Studenten Erstsemester drängen in Hörsäle

Der Hohenheimer Unirektor Stephan Dabbert stimmt die Studienanfänger auf ihren neuen Lebensabschnitt  ein. Foto: Jan Reich
Der Hohenheimer Unirektor Stephan Dabbert stimmt die Studienanfänger auf ihren neuen Lebensabschnitt ein. Foto: Jan Reich

In den Hohenheimer Hörsälen und der Mensa wird es immer enger – fast 10 000 Studierende zählt die Uni Hohenheim. Bei der Erstsemester-Begrüßung ging es angesichts von 2300 Erstsemestern eng zu – und viele suchen noch ein Zimmer.

Lokales: Inge Jacobs (ja)
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Stuttgart - Im Biohörsaal 1 der Uni Hohenheim sorgt ein Ordner dafür, dass die Menge der einströmenden Erstsemester vernünftig kanalisiert wird. Auf Treppenstufen darf man sitzen, aber die Durchgänge müssen frei bleiben. Bereits eine Viertelstunde vor der offiziellen Begrüßung werden die Ankömmlinge gebeten, doch in zwei weitere Hörsäle zu gehen, wo die Veranstaltung übertragen werde. Für 2313 Studienanfänger reicht der Platz eben nicht.

„Es wird hier und da mal eng werden“, kündigt denn auch der Rektor Stephan Dabbert an. Auch an der Mensa ließen sich die Schlangen nicht vermeiden, da in Hohenheim mittlerweile 9800 Studierende eingeschrieben sind, aber die Infrastruktur nicht so mitgewachsen ist – jedenfalls noch nicht. Aber ein neuer Hörsaal sei bereits im Bau, und der Mensaanbau sei in Planung. „Sie werden noch voll in den Genuss dieser Maßnahmen kommen“, tröstet Dabbert die Erstsemester.

Bachelorstudent Dominique Kühner hat sich vorbereitet

Dominique Kühner ist „überrascht, dass hier so viel los ist“. Der 22-Jährige hat bereits eine dreijährige Ausbildung als Versicherungskaufmann hinter sich und ist jetzt im Bachelor in Wirtschaftswissenschaften eingeschrieben. Damals, nach dem Abi, habe er noch nicht gewusst, was er studieren solle, berichtet er. Aber nun kenne er sich in dem Berufsfeld ja schon etwas aus; Rechnungswesen und Zinsen ausrechnen habe er in der Berufsschule gelernt. Viel gebracht habe ihm der Mathe-Vorkurs, den er im Rahmen des Mint-Kollegs bei der Uni Stuttgart belegt habe. „Die 30 Euro dafür haben sich gelohnt.“ Die Betreuung durch Mentoren sei super gewesen, das sei eben doch was anderes als Schule.

Zwar wolle er weiter bei den Eltern in Murr wohnen und pendeln, sagt Dominique Kühner – „mit dem Studiticket geht das“. Aber in Hohenheim kenne er sich schon ein bisschen aus, habe bereits bei der Kinderuni mitgemacht.

Auch 150 weitere Erstsemester kennen sich schon ein wenig aus. Sie haben an der erstmals angebotenen Forschungsschnupperwoche in der Versuchsstation Kleinhohenheim teilgenommen. „Ursprünglich hatten wir nur 80 Plätze vorgesehen“, berichtet der Unisprecher Florian Klebs. Aber dann hätten sich mehr als 200 Interessenten gemeldet.

Der Rektor macht den Erstsemestern die Uni schmackhaft

Unterdessen versucht der Rektor, den Neustudierenden die Uni und ihre vielfältigen Angebote schmackhaft zu machen. Etwa das Projekt Humboldt reloaded, bei dem ausgewählte Studierende eigene Forschungsprojekte betreiben. „Es gibt viele Dinge, wo man sich hier engagieren kann“, sagt Dabbert – etwa im Asta. Man könne auch ausländischen Studierenden helfen. Als Dabbert das Sternerestaurant Speisemeisterei erwähnt, meint Kühner nur: „Wenn man sich’s leisten kann.“

Trost spendet Erdal Senel vom Studierendenparlament: „Schon bald werdet ihr wissen, wie ihr morgens einen Parkplatz findet.“ Doch Senel appelliert auch an die jungen Leute: „Mischt euch ein und gestaltet mit. Und äußert eure Meinung.“

Masterstudentin musste Stuttgart erst mal googeln

Draußen verteilt die Kulturgruppe der Uni Programmflyer mit angehefteten Süßigkeiten. „Voll gut“, finden das die Erstis. Auch Sandra Gündel ist neu auf dem Campus. Die 22-Jährige, die zuvor an der Humboldt-Uni in Berlin studiert hatte, hat sich als Masterstudentin in Agrarwissenschaften/Tierwissenschaften eingeschrieben. „Hohenheim hat einen guten Ruf und einen schönen Campus“, sagt sie. Auch die Anbindung zur Praxis und die internationalen Kooperationen hätten sie hierher gezogen. Und Stuttgart? „Ich wusste nicht, wo Stuttgart ist – ich musste es googeln“, räumt sie ein.

Und nun wohne sie bei Bekannten und sei auf WG-Suche. Da sei Berlin deutlich preiswerter: „Für den Preis, für den ich hier ein Zimmer kriege, krieg ich in Berlin ne ganze Wohnung.“ Mit ihrem Anliegen ist die 22-Jährige nicht allein. Aber beim WG-Casting können nicht alle Gewinner sein.




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