Uni Hohenheim Privatspende ermöglicht Hörsaal

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Dank der großzügigen Spende ihres langjährigen Mäzens und Ehrensenators Otto Rettenmaier kann die Universität Hohenheim den seit Jahren geforderten zusätzlichen Hörsaal bauen. 600 Studierende finden darin Platz.

So soll der neue Audimax nach seiner Fertigstellung 2015 aussehe Foto:  
So soll der neue Audimax nach seiner Fertigstellung 2015 aussehe Foto:  

Stuttgart - Dank der großzügigen Spende ihres langjährigen Mäzens und Ehrensenators Otto Rettenmaier kann die Uni Hohenheim den seit Jahren geforderten zusätzlichen Hörsaal bauen. Der „Multiunternehmer“ aus Heilbronn lässt dafür drei Millionen Euro springen. Ehrensache, dass die Uni ihm dafür einen Empfang im Balkonsaal ausrichtete, der, wie auch die anderen Vorzeigesäle des Schlosses, mit Rettenmaiers finanzieller Unterstützung renoviert werden konnte.

Bereits 2012 hatte das Finanzministerium den neuen Hörsaal zugesagt, war aber nur bereit, zwei der insgesamt sechs Millionen Euro dafür zu zahlen. Mit den drei Millionen von Rettenmaier könne man das Projekt nun in Angriff nehmen, kündigte Rektor Stephan Dabbert an. „Eine weitere Million haben wir scheibchenweise aus dem laufenden Etat geschnitten“, ergänzte er. Dabei seien Neubauten Aufgabe des Landes. Die Unis bekämen dafür keine Gelder zugewiesen. Dennoch würden sie gezwungen, auch größere Bauprojekte mitzufinanzieren, ohne dafür eigentlich Mittel zur Verfügung zu haben, so der Rektor.

Dringlich geworden sei der neue Hörsaal wegen des Erfolgs der Uni Hohenheim. Die Zahl der Studierenden sei in den vergangen zehn Jahren massiv gestiegen. „Die räumliche Infrastruktur war für 5000 Studierende ausgelegt, muss heute aber das Doppelte verkraften“, so Dabbert. Allein in den Wirtschaftswissenschaften seien pro Semester bis zu 600 Studierende eingeschrieben. „Wir haben auf dem Campus keinen einzigen Saal, der diese Anzahl fassen könnte, weder für Vorlesungen noch für Prüfungen.“ Auch für Tagungen und Konferenzen reiche das Raumangebot nicht aus, was auch im Blick auf die internationale Vernetzung der Uni bedauerlich sei.

Neueste technische Ausstattung

Dies soll sich 2015 ändern. Dann soll der neue Hörsaal fertiggestellt werden. Das Audimax soll an zentraler Stelle direkt an der Mensa entstehen, mit 600 Plätzen, flexiblen Wänden, die den Raum in zwei Hörsäle teilen lassen – und natürlich: mit der neuesten technischen Ausstattung. Etwa Netzwerkanschlüssen und Steckdosen für die Studenten. Dass der Hörsaal zudem Beinfreiheit und Tageslicht bietet, gehe auf Wünsche von Studierenden zurück, die der Asta 2012 in einer Online-Umfrage erhoben habe.

Für die geschwungene Fassade und die Eschenholzwände innen zeichnet der Münchner Architekt Maximilian Rimmel verantwortlich. Des weiteren ist neben einem begrünten Dach auch eine Solaranlage vorgesehen – und der Namenszug des Spenders: „Otto Rettenmaier Audimax“.

Bei der Feier verdeutlichte Michael Kruse, Prorektor Lehre, weshalb der große Hörsaal unverzichtbar sei. Bisher habe man versucht, sich mit Übertragungen von Vorlesungen in andere Räume zu behelfen, sei davon aber wieder abgekommen. Derzeit lesen einige Professoren doppelt, andere zeichnen die Vorlesung auf und stellen sie online. „Diese Varianten sind alle keine befriedigenden Formate“, so Krause. Es sei wichtig, die Studierenden daran zu gewöhnen, sich 90 Minuten lang auf eine Sache zu konzentrieren und diese Disziplin aufzubringen, die auch in der Wissenschaft nötig sei. Das funktioniere am besten durch persönliche Ansprache.

Vermögen verpflichtet, findet der Spender

Und was treibt einen Unternehmer dazu, eine Uni zu sponsern, an der er nicht mal studiert hat? Es seien neben der Zusammenarbeit der Agrarwissenschaften mit den Faserstoffwerken J. Rettenmaier & Söhne persönliche Gründe, sagte Rettenmaier. Es sei der Kontakt zum damaligen Unipräsidenten George Turner gewesen,; zudem habe seine Tochter in Hohenheim studiert. „Wer Vermögen hat, hat auch eine Verpflichtung“, so der 87-Jährige, dessen Vermögen laut Wikipedia auf 400 Millionen Euro geschätzt wird. „In meinem sehr erfolgreichen Unternehmen arbeiten Menschen, die ihr Wissen Hochschulen und Universitäten verdanken.“

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