Uni Stuttgart: Roborace So lief das Finale der Roboter-Formel 1

Zurück in die Spur: Beim Roborace ist auch Handarbeit gefragt. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko
Zurück in die Spur: Beim Roborace ist auch Handarbeit gefragt. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Wer denkt, Lego produziert nur bunte Klötze, lieg falsch. Programmierbare Robotic-Sets sind sehr beliebt. An der Uni Stuttgart gab es damit jetzt zum 20. Mal einen Wettbewerb.

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Stuttgart - Künstliche Intelligenz kann die Menschheit irgendwann ersetzen. Diese Befürchtung hatte der verstorbene Astrophysiker Stephan Hawking 2017 geäußert. Von der Übernahme der Weltherrschaft sind die kleinen Lego-Roboter, die beim Finale des 20. Roboterbauwettbewerbs Roborace des Studiengangs Technische Kybernetik der Universität Stuttgart antraten, allerdings noch ein Stück entfernt.

20 Jahre Roborace

Im Hörsaal V53.01 haben sich nach langer Zeit mal wieder Menschen eingefunden. Normalerweise halten dort Dozenten ihre Vorlesungen. Jetzt sind die Augen auf Lego-Roboter gerichtet, die fehlerfrei zwei Parcours bewältigen sollen. „Dieses Jahr ist es extra schwer“, sagt Frank Allgöwer. Der Professor ist Leiter des Instituts für Systemtheorie und Regelungstechnik (IST) an der Uni Stuttgart und hat das Roborace vor 20 Jahren eingeführt. Das Ziel dabei: Junge Menschen für Technische Kybernetik zu begeistern.

Gleiche Bedingungen für Schüler und Studenten

Insgesamt nehmen 31 Teams am Wettbewerb teil, 15 kommen ins Finale. Die Gruppen bestehen aus Schülerinnen und Schülern der Oberstufe aus dem Großraum Stuttgart. Aber auch Studierende der Technischen Kybernetik, Mechatronik, Mathematik sowie Medizintechniker kämpfen mit ihren Teams um den Sieg. „Wir machen keinen Unterschied zwischen Studierenden und Schülern, alle haben die gleiche Aufgabe, das gleiche Equipment“, so Tim Martin, wissenschaftlicher Mitarbeiter am IST.

Startschwierigkeiten bei den Robotern

Die Aufgabe des Wettbewerbs: Baue einen Roboter auf Basis des Lego-Mindstorms-EV3-Systems und programmiere ihn. Das Material dafür gab es von der Uni. Der Roboter muss im Finale eine unbekannte Strecke abfahren können. Wer am schnellsten durch den Parcours kommt, gewinnt. Die Teams hatten rund drei Monate Zeit, ihre Roboter zu programmieren. Manche von ihnen berühren die Bande, das gibt Strafsekunden. Andere fahren nach dem Startsignal erst mit Verzögerung los.

Reisegutscheine und Kreativpreis

Nach Fehlersuche, Umprogrammieren und weiteren Fahrten steht der Sieger fest. „Reboot“, ein Schülerteam vom Sindelfinger Goldberg-Gymnasium, gewinnt. Für die Erstplatzierten gibt es jeweils einen Reisegutschein über 99 Euro. Die Zweit- bis Viertplatzierten bekommen Bionics-Kits eines Automationsunternehmens. Mit den Sets können zum Beispiel Drohnen gebaut werden. Für das „(In) Team Herbert“ hat es am Ende nicht aufs Podest gereicht, allerdings gibt es den Kreativpreis. Die Begründung: Der Roboter sieht aus wie ein Formel-1-Rennwagen. So viel Kreativität musste einfach belohnt werden.




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