Uni Stuttgart und Sanierung Infrastruktur hat ihren Preis

Mit Zimmermannsarbeit werden auf dem Vaihinger Unicampus die maroden Fensterrahmen ertüchtigt. Foto: Uni Stuttgart

Mit maroden Unibauten lockt man weder Studierende noch Topwissenschaftler. Der Weg zu Sanierungen muss einfacher werden, meint Inge Jacobs.

Verkehrssicher, funktionsfähig und wirtschaftlich soll die Instandhaltung und Werterhaltung von landeseigenen Gebäuden sein. Sagt das Finanzministerium. Wie dehnbar dieser Grundsatz ist, kann unter anderem an der Uni Stuttgart besichtigt werden. Marode Fensterrahmen, die behelfsmäßig zimmermännisch ertüchtigt werden müssen, Chemielabore, in denen weder Abzug noch Vakuumpumpen funktionieren, eine Elektrik, die der Tüv verbietet – all das klingt wenig vertrauenerweckend. Natürlich hat so eine Infrastruktur ihren Preis: Denn in so verkommenen Räumen ist weder Spitzenforschung möglich noch ein adäquater Studienbetrieb in den Laboren. Man wundert sich, wie gut die Uni trotz alledem ihren Wissenschaftsbetrieb hinbekommt.

 

Ein Aushängeschild sieht anders aus. Auch dafür gibt es auf dem Vaihinger Campus Beispiele: etwa das im Nullkommanichts entstandene und finanzierte hochmoderne Zentrum für Angewandte Quantentechnologie. Das verdankt die Uni ihrem Spitzenforscher und Leibniz-Preisträger Jörg Wrachtrup, der andernfalls einem Ruf an die TU München gefolgt wäre.

Eine schnelle Lösung für den Sanierungsberg zeichnet sich nicht ab

Eine Lösung für die Masse an Sanierungsfällen und für den allgemeinen Studienbetrieb ist das natürlich nicht. Klar ist aber auch: Die Uni Stuttgart wird wie viele andere Hochschulen ihren Sanierungsberg weiter vor sich herschieben, denn das Landesbudget deckt ja nur einen Bruchteil davon. Und bis eine Sanierung tatsächlich angegangen wird, dauert es Jahre, wie man am Naturwissenschaftlichen Zentrum oder der Unibibliothek sieht. Man darf gespannt sein, ob für Landesbauten alternative Finanzierungen realisiert werden können, wie sie dem Stuttgarter Unirektor vorschweben. Und ob das Modell der Bauherreneigenschaft sich dort bewährt. Der Weg zu Sanierungen muss jedenfalls einfacher werden. Und schneller.

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