Unicef-Studie Kinder und Jugendliche: Jetzt zeigt sich, was sie der Regierung wert sind

Das Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen hat in Deutschland stark nachgelassen. Foto: Helena Dolderer/dpa

Der jungen Generation geht es schlechter als noch vor fünf Jahren. Um das zu ändern, darf die neue Koalition an dieser Stelle nicht sparen, meint Autorin Rebekka Wiese.

Berliner Büro: Rebekka Wiese (rew)

Am 1. Juni ist Internationaler Kindertag – ein Anlass, zu dem Politiker besonders gern beteuern, wie wichtig ihnen die junge Generation sei. Nun aber ist ein Bericht des UN-Kinderhilfswerks Unicef erschienen, an dem sich ablesen lässt: Beteuerungen sind das eine, die Wirklichkeit aber sieht anders aus.

 

Die Studie zeigt: Kindern und Jugendlichen geht es schlechter als noch vor fünf Jahren. Das ist in vielen Ländern so. Hierzulande ist der Wert aber besonders abgesunken. Vor fünf Jahren landete Deutschland bei einer vergleichbaren Untersuchung auf Platz 14 – und nun auf Platz 25 von insgesamt 43. Das machen die Autoren an verschiedenen Faktoren fest, dazu gehören unter anderem die mentale Gesundheit und die schulischen Kompetenzen. Beides hat nachgelassen.

Hoffnung auf Karin Prien

Diesen Trend umzudrehen, liegt jetzt in der Hand der neuen Familienministerin Karin Prien (CDU). Prien gilt als profilierte Bildungs- und Familienpolitikerin, bis vor Kurzem war sie Ministerin in Schleswig-Holstein. Vieles spricht dafür, dass sie einen guten Job machen wird. Und doch stellt sich die Frage, wie hoch die Bedeutung von Familienpolitik in der neuen Koalition überhaupt sein wird. Vor allem: wie viel Geld ihr das Thema wert ist.

Die Studienautoren schlagen verschiedene Maßnahmen vor, die helfen könnten – aber viele davon sind teuer. Sinnvoll wäre es zum Beispiel, stärker in Forschung und Prävention für mentale Gesundheit von Kindern und Jugendlichen zu investieren. Dass die neue Regierung angekündigt hat, mehr Geld für Schulen und Kitas auszugeben, könnte ebenfalls helfen.

Das neue Sondervermögen ist in Teilen auch für diesen Zweck vorgesehen. Trotzdem ist zu befürchten, dass an dieser Stelle gespart werden könnte, wenn es woanders eng wird. Prien bringt gute Voraussetzungen dafür mit, als Ministerin etwas zu bewegen. Doch es wird auch auf den Spielraum ankommen, den ihre Regierung ihr lässt.

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