Universität in Stuttgart-Hohenheim Aufgezwungene Parkgebühren lösen bei Anwohnern Sorge aus

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Das Land hat der Universität in Stuttgart-Hohenheim quasi zwangsverordnet, dass sie Gebühren für Parkplätze erheben muss. Das schreckt auch die Lokalpolitik und die Anwohner auf. Sie sehen Stoff für Konflikte...

Auf alle Parkplätze an der Uni Hohenheim sollen Gebühren erhoben werden. Foto: Eglof
Auf alle Parkplätze an der Uni Hohenheim sollen Gebühren erhoben werden. Foto: Eglof

Hohenheim - Das „gute nachbarschaftliche Verhältnis“ zur Universität Hohenheim soll nicht getrübt werden. Das schreibt die CDU im Bezirksbeirat in einem Antrag. Gefordert wird darin eine Untersuchung, wie es aktuell um die Parkplätze rund um die Universität steht und wie sich verhindern ließe, dass sich der Parkdruck der Uni negativ auf die Straßenränder von Birkach und Plieningen auswirkt.

Im Oktober 2017 haben sich Uni, Land und Stadt auf einen Masterplan und ein Mobilitätskonzept verständigt. Zwischen Bezirk und Hochschule war man sich einig, dass eine gemeinsame Lösung her muss für die Parkplatznot im Umkreis der Uni. Dass es nun anders kommt, hat vor allem mit einer Entscheidung des Landes zu tun. Eine Entscheidung, der die Universität Hohenheim kritisch gegenübersteht. Der Personalrat hatte sich gegen Parkgebühren ausgesprochen. Doch eben die werden nun sozusagen zwangsverordnet.

Bisher steht noch wenig Konkretes fest

Es geht um 1750 Stellplätze in Hohenheim, um alle Parkplätze rund um die Uni, an der Garbenstraße, an der Fruwirthstraße, an der Schwerzstraße. „Einfach alle“, sagt Florin Klebs, der Sprecher der Uni. Für diese Parkplätze soll eine Monatsgebühr von 25 Euro erhoben werden. Das hat das Land entschieden. Wie es genau abgewickelt wird, kann Klebs nicht sagen. Auch der Beginn sei der Uni nicht bekannt. Der Parkraumbewirtschafter wolle dieses Jahr auf die Uni zukommen. Auf eine Anfrage unserer Zeitung reagierte das Unternehmen vor Redaktionsschluss nicht mehr.

Nach der Entscheidung auf Landesebene zeigte sich die Uni Hohenheim in einer Pressemitteilung überrascht. Der Rektor macht klar, dass aus seiner Sicht ein Gesamtkonzept notwendig ist. Zu den Top-Prioritäten aus Uni-Sicht gehört eine direkte Stadtbahnanbindung an die Innenstadt, bessere Verbindungen ins Umland mit Bus und Bahn, ein klareres Wegenetz, Radabstellplätze und einiges mehr.

Vielleicht geht es für Birkach und Plieningen nun schneller?

Die CDU im Bezirksbeirat fordert nun in ihrem Antrag, dass die Stadtverwaltung ein Parkkonzept für die Uni Hohenheim und das Drumherum erarbeiten soll. Die Fraktion befürchtet, dass sich kostenpflichtige Stellplätze auf dem Uni-Gelände negativ auf die Parkmöglichkeiten in den angrenzenden Stadtbezirken auswirken könnten. Das werde „sehr wahrscheinlich gravierend sein“, schreiben die Christdemokraten. Deshalb müsse ein Plan her. Andrea Lindel, die Bezirksvorsteherin, sagte bei der jüngsten Sitzung, eine Evaluation von Plieningen und Birkach sei erst im nächsten Doppelhaushalt vorgesehen; wegen der neuesten Vorkommnisse, nämlich der Entscheidung des Landes, ließe sich die Sache aber vielleicht beschleunigen, regte sie an.

Jürgen Holzwarth von der CDU erinnerte an den Ärger der Birkacher Anwohner wegen eines neuen Studentenwohnheims an der Egilolfstraße. Die Anrainer sorgen sich davor, keinen Parkplatz mehr zu finden. Die Uni könne das Problem nicht allein lösen, es brauche ein Gesamtkonzept. Der Antrag der CDU wurde einstimmig angenommen. „Da muss Druck rein in die Sache“, sagte beispielsweise Walter Schnee, Sprecher der Grünen. „Das muss geklärt werden.“

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