Was ist bloß los bei der Landesbank-Tochter LBBW Asset Management? Das fragt man sich angesichts der Unruhe, die in der Investment-Gesellschaft seit Monaten intern herrscht und nun nach außen dringt. Klar scheint zu sein, dass das Arbeitsklima zwischen dem für die Anlage der Milliarden zuständigen neuen Geschäftsführer und einem erheblichen Teil der Portfolio-Manager massiv gestört ist. Aber woran liegt das, genauer: an wem?
Es sind massive Vorwürfe, die mehr als zwanzig Vermögensverwalter gegen ihren Chef vorbringen. Seit dessen Amtsantritt vor gut einem Jahr zweifeln sie zusehends an seinen Führungsqualitäten, aber auch an seiner Fachkompetenz. Gezeichnet wird das Bild eines heillos überforderten Managers, der keine Widerrede duldet, Mitarbeiter gegeneinander ausspielt, Kritikern offen droht und sich im Kleinkram verzettelt, anstatt die großen Linien vorzugeben.
Was sind die Gründe für den Gegenwind?
Oder ist es ein Zerrbild? Bekommt der Mann nur deshalb so viel Gegenwind, weil er altgedienten Beschäftigten Dampf macht, die es sich bei der LBBW-Tochter über die Jahre allzu gemütlich eingerichtet haben? Besteht das Problem in der angeblichen „Unführbarkeit“ gewisser Mitarbeiter, die intern kolportiert wird? Von außen ist das schwer zu beurteilen, doch die ungewöhnliche Breite der Kritik gibt zu denken.
Die Banktochter tat gut daran, die Vorwürfe ernst zu nehmen. Doch mit der Aufarbeitung hat sie sich viel Zeit gelassen. Mehrere Monate vergingen, in denen es in der Belegschaft weiter gärte. Nun kommen die Anwälte laut der Bank zu dem Schluss, die Vorwürfe seien „so nicht zutreffend oder überzeichnet“. An der subjektiven Wahrnehmung der Betroffenen dürfte das wenig ändern. Wenn die Investment-Gesellschaft keinen weiteren Schaden nehmen soll, muss sich die LBBW bald entscheiden: Finden ihr Chief Investment Officer und seine Portfolio-Manager doch noch zu einem gedeihlichen Miteinander, mit professioneller Unterstützung? Oder braucht es einen personellen Neuanfang, vielleicht sogar über diese eine Position hinaus?