Unter 30: Bastian Kilper aka Bastik Live-Location-Mangel in Stuttgart

Der Stuttgarter Musiker Bastik hat gerade sein erstes Album releast. Foto: Adelina Millaku

Mit „Jerro“ hat Stuttgarter Bastian Kilper aka Bastik sein erstes Solo-Album veröffentlicht. Gerne würde er es live präsentieren, doch die kleinen Live-Spielstätten in Stuttgart werden immer seltener. 

Um Musik und guten Sound ging es im Leben von Basti eigentlich schon immer. Aufgewachsen in Rutesheim hat es den heute 29-Jährigen damals zum Studium nach Stuttgart gezogen. An der Uni drehte sich alles um audiovisuelle Medien und Tontechnik, privat saß er schon als Teenager am Schlagzeug und hatte als Drummer mit dem Naturtheater Renningen, für das er heute noch als Komponist unterwegs ist, seine ersten Auftritte auf einer Bühne. Vom beschaulichen Renningen ging es im Laufe seiner Musikerkarriere irgendwann quer durch den Kessel, vom Schlagzeug ans Mikrofon. Im Galao im Stuttgarter Süden feierte er erst kürzlich das Release-Konzert seines ersten Solo-Albums "Jerro", das er als Singer/Songwriter Bastik releast hat.

 

Vom Schlagzeug ans Mikrofon

Schon früh haben sich für Basti immer wieder neue Möglichkeiten ergeben, an verschiedenen Band-Projekten mitzuwirken. Eine der bekanntesten Bands ist dabei die Stuttgarter Gruppe Into the Fray, für die er noch heute als Drummer auf den Bühnen der Stadt steht. Doch wie kommt man als Schlagzeuger dann zum Singen? „Ich habe parallel schon immer Gitarre gespielt und gesungen. Schlagzeug war für mich relativ schnell mein Beruf und Gitarre und Gesang eher ein Hobby“, berichtet Basti. „Irgendwann wurde das alles ein bisschen mehr und ich habe angefangen, erste Songs zu schreiben, bin als Sänger auf Hochzeiten oder bei WG-Partys von Freund:innen aufgetreten und habe, wenn auch mehr im privaten Rahmen, meine erste EPs veröffentlicht.“

Erstes eigenes Solo-Album als Bastik

Dass er nicht nur als Schlagzeuger auf den Bühnen in und um Stuttgart stehen will, machte Basti Anfang 2020 offiziell. Er stellte sein Projekt "Bastik" vor, das ihn als Singer-Songwriter in den Fokus rückt. Doch dann kam die Pandemie. "Ich konnte nirgendwo live spielen, habe aber dann an meinen ersten offiziellen EPs, die man heute auch auf Spotify und Co findet, gearbeitet und schon allein das Produzieren der Songs hat krass viel Spaß gemacht", so der Musiker. Die Pandemie sollte ihn nicht von seinem Weg abbringen. "Die Live-Gigs vor Publikum habe ich dann letztes Jahr so richtig nachgeholt und parallel dazu am Album gearbeitet."

Elektronischer Indie-Folk aus Stuttgart

Seine Musik beschreibt der Stuttgarter Künstler als elektronischen Indie-Folk. „Ich höre generell viel elektronische Musik und diese Einflüsse hört man auch auf meinen Tracks. Man erkennt aber auch Elemente aus dem Jazz. Da ist nicht nur die Gitarre und der Gesang, drumherum passiert noch ganz viel: Ich arbeite mit Synthesizern, Samples oder Loops", führt Bastian aus. Musikalisch inspirieren den Stuttgarter vor allem Künstler wie Ry X, Faber oder die alten Songs von Clueso. 

"So spannend ist mein Leben dann auch nicht immer"

Doch die größte Inspiration für seine Songs, die Basti alle selbst schreibt, ist wie so oft das Leben – und das muss nicht immer nur sein eigenes sein. „So spannend ist mein Leben dann auch nicht immer", lacht er. "Manchmal passieren aber meinen Freund:innen Dinge, die mich inspirieren und die ich dann verarbeite“, erklärt er. „Jeder Song hat eine Story, einen wahren Kern. Meine Musik vermittelt für jede:n ein vielleicht anderes Gefühl, eine andere Emotion. Ich finde es sehr spannend, wenn ich die Zuhörer:innen auf irgendeine Weise berühren kann und jede:r etwas in meinen Songs findet.“

Die Musikszene im Winterschlaf

Und wie sieht es mit der Stuttgarter Musikszene aus? „Durch Corona ist hier vieles etwas eingeschlafen", stellt Basti fest. "Aber jetzt wachen so langsam alle wieder auf und wollen richtig Gas geben. Aber es ist definitiv ein Problem, dass es hier in der Stadt immer mehr an kleineren Locations für uns kleineren Künstler:innen und Bands fehlt. Früher gab's da mehr Möglichkeiten, ich denke da zum Beispiel an den Keller Klub", berichtet er. "Es gibt in Stuttgart eine krasse Szene und gute Leute, die bestimmt gerne auftreten würden. Aber so zieht es die natürlich irgendwann fort."

Basti bleibt dem Kessel jedoch treu. Sowohl als Drummer für verschiedene Projekte als auch als Bastik hat er in Stuttgart schon einige Highlights erlebt, allen voran natürlich der Release-Gig zum neuen Album. Auch kleine Solo-Auftritte, wie beim Sommerfestival des Labyrinth Kulturzentrums im letzten Jahr, hat der Stuttgarter in sehr guter Erinnerung.

Ein Handy voller Sprachmemos

Und auch, wenn mit „Jerro“ gerade erst ein Album erschienen ist, ist Basti gedanklich schon bei den nächsten Projekten. „Es gibt viele Demos und mein Handy ist voller Sprachmemos zu neuen Songideen, da höre ich jetzt wieder mal rein und werte das alles aus. Und an neuen Songs schreibe ich eigentlich eh immer."

Weitere Themen

Weitere Artikel zu Stuttgart