Den Traum vom eigenen Label hatte Frank Lin schon als junger Designstudent. Nachdem er in München Modedesign studiert und bereits viele Jahre in der Modebranche gearbeitet hat, war es letztendlich seine Schwester Nadja, die ihn dazu ermutigt hat, seinen Traum zu leben. Und so haben die beiden Geschwister Anfang 2020 ihr Label Frnkow gegründet.
Gemeinsam zum eigenen Modelabel
„Ich habe anfangs natürlich erstmal gezweifelt, ob das wirklich die richtige Entscheidung ist. Schließlich bringt eine Selbstständigkeit auch immer Risiken mit sich und die Modebranche ist ein hart umkämpftes Feld“, erzählt Frank. Doch seine Schwester Nadja sah immer das Potential in ihrem Bruder. „Ich hatte Angst, dass Frank es irgendwann bereuen würde, wenn er den Traum vom eigenen Label aufgibt“, so die Stuttgarterin. Nachdem Nadja ihr BWL-Studium abgeschlossen hat, haben sich beide Geschwister dazu entschieden, den Weg zum eigenen Label zusammen zu gehen. Ihr Label Frnkow, das sich auf hochwertige Menswear fokussiert, war geboren.
„Mode hat uns immer verbunden“
Für Mode haben sich beide schon immer interessiert. "Mode hat uns schon immer verbunden“, berichten die Stuttgarter Gründer. Ihre Arbeitsbereiche haben die beiden von Anfang an strikt getrennt. Während Nadja für sämtliche Business-Themen zuständig ist, kann ihr Bruder Frank seine Leidenschaft für Mode und Design komplett ausleben. Und bisher klappt die Zusammenarbeit so auch ziemlich gut, wie Frank und Nadja versichern. „Klar gibt es auch mal Reibereien, aber die positiven Aspekte überwiegen. Wir haben vor allem ein so großes Urvertrauen ineinander, was unsere Zusammenarbeit deutlich einfacher macht", so die 25-jährige Nadja.
Charaktere und Persönlichkeiten als Inspirationsquelle
Die Modebranche kannte Frank durch sein Studium und seine Arbeit bereits sehr gut, das eigene Label war jedoch nochmal eine ganz neue Welt. „Am eigenen Label ist vor allem toll, dass es nicht nur darum geht, ein Produkt zu entwerfen, sondern dass man auch immer die Welt drumherum kennenlernt. Mit einer eigenen Brand habe ich die Kontrolle über die komplette visuelle Ästhetik der Marke. Das ist ein sehr großes Privileg“, schwärmt der 29-Jährige.
„Die Basis für meine Designs ist dabei immer die klassische Herrenmode, die ich subtil verändere und die ich mit einer gewissen Sinnlichkeit versehen möchte.“ Inspirieren lässt sich der Stuttgarter dabei jede Saison aufs Neue. „Vor allem Charaktere und Persönlichkeiten sind eine große Inspirationsquelle für mich. Egal, ob real oder fiktiv. Das können zum Beispiel Charaktere aus Filmen aus den 60ern oder auch Musiker sein“, so Frank über den Entstehungsprozess seiner Designs. „Für jede Kollektion schaffe ich einen Charakter und überlege, wie sich dieser anziehen würde, wie er lebt. Aus dieser Grundidee entwerfe ich dann eine Welt.“
Eine Erfolgsstory made in Stuttgart
Die Gründung von Frnkow 2020 fiel in den gleichen Zeitraum wie der Beginn der Pandemie. Trotzdem blicken Nadja und Frank auf bald drei erfolgreiche Jahre zurück. „Für uns war vor allem überraschend, dass wir trotz der schwierigen Zeit, in der wir damals gegründet haben, sehr gut gestartet sind“, berichtet Nadja. „Aber noch mehr freut uns, dass die Menschen unsere Sachen mögen, dass wir genau die Leute erreichen, die wir erreichen wollten. Und dass es viele Menschen gibt, die immer wieder bei uns bestellen“, sagt sie. „Das zeigt uns dann immer, dass sich das Vertrauen, welches die Kunden und Kundinnen in uns haben, auch wirklich bestätigt hat. Für mich ist das auf jeden Fall das größte Kompliment“, ergänzt Frank.
Inzwischen sind die Geschwister mit ihrem Label weit über den Kessel hinaus erfolgreich unterwegs. „Mit unseren Kollektionen waren wir schon in einigen hochwertigen internationalen Magazinen, was für mich als Designer natürlich eine große Bestätigung ist. Und auch wenn wir hier in Stuttgart sind, verkaufen wir online in ganz Europa", berichtet Frank.
Stuttgart als Stadt für Gründer:innen
Ihre Verbundenheit zu Stuttgart, wo die Geschwister geboren und aufgewachsen sind, spiegelt sich auch im Label Frnkow wieder. „Unsere Kollektionsteile kreieren und produzieren wir selbst in unserem Studio hier in Stuttgart, die Essentials lassen wir von einem Produzenten von der schwäbischen Alb und in Portugal herstellen“, erklärt Frank den Produktionsvorgang seiner Mode. Die Entscheidung, als junges Label in Stuttgart zu bleiben, fiel den beiden leicht. „Wir haben unsere Familie und unsere Base hier“, so Nadja. „Außerdem hat man in und um Stuttgart ein sehr gutes Netzwerk und da es nicht so viele andere Modebrands gibt, ist man in der Stadt auch direkt etwas besonderes“, sagt die 25-jährige.
"Netzwerken ist hier super wichtig!"
Und was können die beiden Geschwister anderen jungen Gründern und Gründerinnen aus Stuttgart mitgeben? „Das Netzwerken ist hier super wichtig! Man sollte wirklich jede Chance nutzen, um Menschen kennenzulernen, die vielleicht auch gegründet haben, etwas ähnliches machen oder im gleichen Alter sind. Man kann unfassbar viel voneinander lernen“, so Frank. „In Stuttgart ist alles nochmal ein bisschen kleiner, wir haben vielleicht nicht so unendlich viele junge Kreative. Doch genau deshalb ist Networking mit den Leuten hier so wichtig“, sagt er.
Pläne für das neue Jahr
Für das neue Jahr haben Frank und Nadja einige Veränderungen für und mit Frnkow geplant. Unter anderem wollen sie dann das Thema Made-to-Order angehen, um damit der in der Textilindustrie gängigen Überproduktion entgegenzuwirken. „Wir arbeiten schon ausschließlich mit Deadstock Fabrics – also bei der Produktion übrig gebliebenen Stoffen – von französischen und italienischen Luxushäusern. Deshalb ist die Menge an Stoffen bei uns sowieso begrenzt, wodurch wir generell in geringen Stückmengen produzieren. Wir wollen im nächsten Jahr aber noch mehr auf Bestellung arbeiten, was für uns super nachhaltig ist“, erklärt Jungdesigner Frank. „Wir möchten nicht zu den Labels gehören, die Sachen wegwerfen“, fügt seine Schwester hinzu.