Unter 30: Kiti Arsa Die DJ-Newcomerin mischt Stuttgarts Nachtleben auf

DJ Kiti Arsa hat noch große Pläne für 2021. Foto: Instagridpower/Julian Holzwarth

Die Newcomerin ist längst kein Geheimtipp mehr: Dabei hat DJ Kiti Arsa, wie Jenny Müller sich als DJ nennt, einen eher ungewöhnlichen Start im Stuttgarter Nachtleben hinter sich. Wir haben die 27-Jährige zum Interview getroffen.

Stuttgart - Ob im Billie Jean, Tatti, oben im 1. Stock, im Dresden oder auf dem Clubschiff Fridas Pier: Es gibt wohl kaum einen Stuttgarter Club, in dem DJ Kiti Arsa noch nicht hinter den Decks gestanden und die Leute zum Tanzen gebracht hat.

 

Doch auch in der Stuttgarter Oper war die 27-Jährige, die bürgerlich Jenny Müller heißt, schon für das Musikprogramm zuständig. Beim digitalen Stuttgarter Opernball zeigte sie Anfang des Jahres ihr Können. Die Newcomerin ist längst kein Geheimtipp mehr. Dabei hat sie gar keine klassische DJ-Ausbildung hinter sich. Klassisch, in dem Sinn, dass sie schon als Jugendliche Übergänge geübt, ihr Taschengeld in DJ-Equipment gesteckt und unzählige Platten gesammelt hat.

In zwei Wochen ans DJ-Pult

Jennys Karriere begann vor drei Jahren äußerst ungewöhnlich in einem Stuttgarter Luxuskaufhaus, wo ihr damaliger Freund als DJ gebucht wurde und sie im Schlepptau hatte. Seine Bookerin sprach Jenny an und fragte, ob sie denn nicht auch mal Lust auf einen Gig hätte. Gesagt, getan. "Ich dachte, why not", erzählt sie lachend von diesem Sprung ins kalte Wasser. Denn in nur zwei Wochen brachte sich die junge Stuttgarterin selbst das Auflegen bei - und fand Gefallen daran.

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Mitgebrachte Mixtapes und Mundpropaganda

Seitdem ist viel passiert: Jenny alias DJ Kiti Arsa hat sich durch Mundpropaganda und Vorstellungsgespräche mit mitgebrachten Mixtapes einen festen Platz im Stuttgarter Nachtleben gesichert und veranstaltete vor dem Lockdown sogar eine eigene Partyreihe namens „Shari Vari“ im Billie Jean, bei der sie Künstler aus der internationalen Underground-Musik-Szene präsentierte und auch selbst auflegte.

Auch während der Coronapandemie war es nicht ruhig bei Jenny, die hauptberuflich als Junior-Projektmanagerin arbeitet. "Ich konnte die Zeit gut nutzen, um Musik zu machen und bei verschiedenen Streams aufzulegen", so die Stuttgarterin.

"Das war ganz schön emotional"

Ihre Sets zeichnen sich durch eine Mischung aus Melodic Techno, Electronica, Acid House, Future Beats, UK Garage und Deep House aus. "Ich lege das auf, was mir Spaß macht", sagt Jenny, die sich nicht einschränken will. Doch nicht nur Stuttgart kommt in den Genuss ihres Sounds: inzwischen legt die 27-Jährige auch in anderen deutschen Großstädten und auf Festivals auf.

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Und doch fand einer ihrer denkwürdigsten Abende in der Stuttgarter Dresden Bar statt. "Der Vibe dort ist sehr schön, es ist ein kleiner Raum und man kann sich ausprobieren. Am Ende waren 20 Gäste da, die mir applaudiert haben - das war ganz schön emotional, weil ich ja noch am Anfang stehe", erzählt Jenny ganz gerührt.

Frauen ans Mischpult!

In diesem Jahr soll noch ihrer erste eigene EP mit drei Tracks erscheinen. Auch eine neue Partyreihe ist in Planung: "In Stuttgart kocht irgendwie jeder sein Süppchen und ist in Kollektiven vertreten. Ich würde das gern aufsprengen, Leute zusammenbringen und eine Reihe starten, bei der nur Frauen auflegen", erzählt die 27-Jährige. Jennys DJ-Name hat übrigens auch eine schöne Bedeutung: Kitiarsa ist der Nachname ihrer aus Thailand stammenden Mutter.

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