Unter freiem Himmel Gottesdienst mit Andreas Bourani

Andreas Bourani singt. Foto: dpa
Andreas Bourani singt. Foto: dpa

Am Freitag wird es vor dem Winnender Kreiskrankenhaus einen Gottesdienst unter freiem Himmel geben. Eine soziale Energiewende wird thematisiert, dazu spricht der Soziologe Hartmut Rosa und es singt Andreas Bourani.

Rems-Murr: Thomas Schwarz (hsw)
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Winnenden - Die Stuttgarter Nachtschicht-Gottesdienste sind in der Landeshauptstadt ein Begriff. Der Pfarrer Ralf Vogel, der das Konzept entwickelt hat, das Profi-Musiker sowie zeitgenössische Denker einbezieht, „exportiert“ am Freitag anlässlich des Kirchentages einen solchen Gottesdienst vor das Winnender Kreiskrankenhaus – am hellichten Tag. „Das hat den Grund, dass Andreas Bourani an dem Tag nur ein kleines Zeitfenster für uns zur Verfügung hat“, sagt Vogel, der zusammen mit dem Krankenhausseelsorger Achim Esslinger das Ereignis vorbereitet. Der Sänger Bourani („Auf uns!“) tritt am Freitagabend auf dem Cannstatter Wasen auf.

2000 Besucher haben Platz vor dem Krankenhaus

Bereits um 13.30 Uhr beginnt der Gottesdienst in Winnenden. „Wer kommt, sollte unbedingt einen Sonnenschutz mitbringen“, sagt Esslinger. Im Freien vor dem Krankehaus gibt es keinen Schatten, dafür aber genügend Platz, um sogar einen Regenschirm als Sonnenschutz aufzuspannen, ohne anderen die Sicht zu nehmen. Rund zwei Stunden, rechnen die Organisatoren, wird der Gottesdienst dauern. Für Menschen, die nicht so gut zu Fuß sind, werden 250 Stühle aufgestellt. Für Bewirtung wird gesorgt, wer will, darf sich aber auch selbst etwas mitbringen. „Aber nicht in Glasflaschen“, schränkt Esslinger ein. Es gelten dieselben Sicherheitsregeln wie bei einem Open-Air-Konzert.

„Allerdings ist es von der ersten bis zur letzten Minute ein Gottesdienst“, betont Vogel. Statt Liedern oder Orgelmusik kommen Anderas Bourani mit zwei Liedern und das Ludwigsburger Blechbläser Quintett zum Zug. Der Kabarettist Stefan Waghubinger wird sich satirisch mit der Idee einer „sozialen Energiewende“ auseinandersetzen, dem Thema des Gottesdienstes.

„Für viele Menschen sind die Erinnerungen an den Amoklauf von Winnenden so einschneidend in ihrem Leben wie der 11. September“, sagt Vogel. Da der Kirchentag ganz in der Nähe stattfinde, habe man seiner Meinung nach Winnenden nicht ignorieren dürfen. Die Stiftung gegen Gewalt an Schulen, die zu den Mitveranstaltern zählt, konnte von dieser Idee der Energiewende überzeugt werden. „Der Ort hier ist ideal, verkörpert eine Klinik doch für viele Menschen einen Punkt im Leben, der eine Zäsur darstellt.“ Für die Patienten wird der Gottesdienst in ihre Zimmer übertragen.

Hartmut Rosa spricht über soziales Engament

Im Gespräch mit dem Soziologen Hartmut Rosa – „Ich kennen keinen klügeren Menschen als ihn.“ – wird Vogel unter anderem der Frage nachgehen, „wie wir unsere Energie für andere einsetzen können“. Ein Arbeitsschwerpunkt des gebürtigen Lörrachers Rosa sind die Mobilisierungsressourcen einer bürgerlichen Gesellschaft, also die Gründe, weshalb sich Menschen ehrenamtlich engagieren. Außerdem beschäftigt sich Rosa mit sozialer Beschleunigung in der Industriegesellschaft.

2000 Besucher finden Platz, Eintritt wird nicht erhoben. Sponsoren sowie das Dekanat und das Krankenhaus kommen für die Kosten auf. Nur eins gibt es nicht: Parkplätze. Mit der S-Bahn, drei Buslinien oder zu Fuß erreicht man das Krankenhaus vom Bahnhof her in 15 Minuten.




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