Unterführung in Weinstadt Die Laster stecken jetzt im Stundentakt fest

Von wei 

Es nimmt kein Ende: Innerhalb von 24 Stunden sind zwei Transporter in der als Lasterfalle berüchtigten Bahnunterführung hängen geblieben. Trotz eines teuren neuen Warnsystems, das die Stadt nach unzähligen solcher Unfälle installiert hatte.

Der Stadt Weinstadt gehen langsam die Ideen aus, wie die Unterführung sicherer gestaltet werden könnte.  Foto: SDMG 5 Bilder
Der Stadt Weinstadt gehen langsam die Ideen aus, wie die Unterführung sicherer gestaltet werden könnte. Foto: SDMG

Weinstadt - Es ist wieder passiert, zweimal innerhalb von 24 Stunden: In der Bahnunterführung, die in Weinstadt-Beutelsbach die Post- und die Cannonstraße miteinander verbindet, sind zwei Lastwagen hängen geblieben. Am Montagnachmittag traf es einen 54 Jahre alter Fahrer eines Ford Transit, der die massiven Hinweise auf die maximale Durchfahrtshöhe von zwei Metern am Montag gegen 16 Uhr übersehen hatte und an der Überführung hängen blieb. Der Kleinlaster wurde dabei am Aufbau stark beschädigt, der Fahrer blieb unterletzt.

Seit Jahren bleiben in der niedrigen Unterführung immer wieder Fahrzeuge hängen. Erst Anfang dieses Monats hatte die Stadt für 10 000 Euro einen Höhenbegrenzer in Form eines rot-weißen Querbalkens installiert. Dieser war zwar in den Tagen darauf gestohlen, aber von der Stadt durch Ketten ersetzt worden. Das Pech des Lasterfahrers am Montagabend: Der neue Höhenbegrenzer hängt in Richtung Cannonstraße – in der Gegenrichtung in der Poststraße warnen lediglich rot-weiße Streifen und ein signalgelbes Schild mit Blinklichtern.

Eine Tieferlegung der Straße kommt für die Stadt nicht infrage

Am Dienstag gegen 13.30 Uhr machten in den sozialen Netzwerken dann wieder Bilder die Runde: Schon wieder steckte ein Laster fest. Diesmal war es ein größerer Lkw – und zwar auf der Seite mit der teuren neuen Begrenzung. Die Polizei bestätigt den Vorfall – wie hoch der Schaden ist, ist noch nicht bekannt. Das Heikle an der Unterführung: Da darüber S-Bahnen fahren, muss bei heftigeren Unfällen mit dem Bauwerk ein Sachverständiger nachsehen, ob es Schaden genommen hat.

Die Stadt ist bald mit ihrem Latein am Ende. „Wir überlegen, auch auf der anderen Seite einen Höhenbegrenzer zu installieren. Weil sich dort eine Wendeplatte für Laster befindet, die wegen der Unterführung umdrehen müssen, müsste der Begrenzer direkt vor der Unterführung stehen. Das würde kaum Sinn machen“, erklärt der Stadtsprecher Jochen Beglau.

Die Option, die Straße tiefer zu legen, hat die Stadt als zu teuer verworfen – dadurch würde auch die Steigung vor der Unterführung zu steil. Sogar eine Lösung, bei der eine Lichtschranke bei zu hohen Fahrzeugen eine Ampel auf Rot stellt, sei einmal angedacht worden. „Das würde aber zu einer Vollbremsung führen und wäre deswegen gefährlich“, so Beglau.