Unterführung in Zuffenhausen Das Geld reicht vorerst nur für ein neues Taubennetz

Dunkel und schmutzig: Wer durch den Bahndurchlass läuft, beschleunigt automatisch seinen Schritt. Foto: Bernd Zeyer
Dunkel und schmutzig: Wer durch den Bahndurchlass läuft, beschleunigt automatisch seinen Schritt. Foto: Bernd Zeyer

OB Kuhn beantwortet Brief des Bürgervereins: Für eine umfassende Sanierung der Unterführung fehlt Geld. Allerdings kündigt er an, dass die Taubenschutznetze noch in den Sommerferien erneuert und erweitert werden sollen.

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Zuffenhausen - Kurz vor Pfingsten hat Christina Kolb, die Vorsitzende des Zuffenhäuser Bürgervereins, eine Unterschriftenliste mit weit mehr als 400 Namen im Rathaus abgegeben. Mit dabei war ein Brief, in dem Oberbürgermeister Fritz Kuhn gebeten wird, etwas gegen die üblen Zustände in der Bahnunterführung am oberen Ende der Unterländer Straße zu unternehmen. Vor kurzem ist nun die Antwort eingetroffen. Einmal mehr wird in dem Schreiben darauf verwiesen, dass es an Geld fehle und Fördermittel nicht ausreichen würden. Immerhin: Der OB kündigt an, dass die Taubenschutznetze erneuert und erweitert werden sollen.

“Das Konzept ist da, aber es fehlt das Geld“

„Wir möchten, dass schnell gehandelt wird“, sagt Pfarrer Dieter Kümmel von der evangelischen Kirchengemeinde. Die Zustände in dem Bahndurchlass seien unerträglich. Zusammen mit dem Bürgerverein engagiert sich die Gemeinde dafür, dass die Unterführung saniert wird. Im April hatte es eine Passionsandacht vor Ort gegeben, bei der auch eine Unterschriftenaktion gestartet worden war und für die mehr als 400 Namen zusammengekommen sind. Grundsätzlich geht es den Initiatoren darum, die Situation nicht nur in Teilbereichen zu verbessern. Natürlich, so erläutert Christina Kolb, müsste endlich das Problem mit dem Taubenkot gelöst werden. Außerdem müssten aber auch der Fahrbahnbelag erneuert und die Beleuchtung verbessert werden. Begleitet werden sollen diese Maßnahmen von der Umgestaltung der Stammheimer Straße in diesem Bereich. „Das Konzept ist da, aber es fehlt das Geld“, sagt Kolb. Vorgestellt worden waren die Planungen des Stuttgarter Büros ARP-Architekten Anfang 2013 im Bezirksbeirat, sie waren auf breite Zustimmung gestoßen.

Keine Geld, aber Verständnis aus dem Rathaus

Rund eine Million Euro würde die Umsetzung des ARP-Konzeptes für die Unterführung kosten. 225 000 Euro davon, so ist nun in dem Brief von OB Kuhn zu lesen, könnten aus Sanierungsmitteln zur Verfügung gestellt werden. 50 000 Euro würden die SSB für den Ausbau der alten Straßenbahngleise zur Verfügung stellen. Die Deutsche Bahn hingegen sehe keinen Handlungsbedarf, somit sei von dort wohl auch kein Geld zu erwarten. Und die Fördermittel, die es unter anderem vom Regierungspräsidium gebe, würden nicht ausreichen. Das fehlende Geld, so Kuhn, müsste daher aus dem städtischen Haushalt finanziert werden. Das gelte auch für die Umgestaltung des Teilbereichs der Stammheimer Straße, wo ein Finanzierungsloch von rund 440 000 Euro klaffe. Dieses Geld war für den Doppelhaushalt 2014/2015 beantragt, vom Gemeinderat aber abgelehnt worden. „Wir haben Angst, dass das Projekt auch im kommenden Haushalt wieder durchs Raster fällt“, sagt Kolb.

Wenn man im Rathaus auch kein Geld hat, so scheint es dort wenigstens Verständnis für das Problem zu geben. Die derzeitige Situation, so schließt der OB-Brief, sei „tatsächlich kritisch zu bewerten“ und eine Verbesserung sei „zwingend“ erforderlich. Als Sofortmaßnahme wird (mit 35 000 Euro aus dem Topf zur Straßenunterhaltung) eine Erneuerung und Erweiterung des Taubenschutznetzes angekündigt, und zwar noch während der Sommerferien. Die sind mittlerweile fast vorbei, getan hat sich noch nichts. Wolfram Bott vom Tiefbauamt erläuterte auf Nachfrage, dass es wegen verkehrsrechtlicher Gründe (die Straße muss während der Arbeiten gesperrt werden) zu Verzögerungen komme. In den kommenden Wochen sollen die Arbeiten laut Bott dann aber über die Bühne gehen.




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