Eine Landeserstaufnahmeeinrichtung auf dem ehemaligen IBM-Gelände in Stuttgart-Vaihingen würde dem Plan der Stadt entgegenstehen, dort Wohnungen zu bauen.

In Baden-Württemberg fehlen Tausende Plätze für ankommende Asylbewerber. Gleichzeitig wird auch in Stuttgart die Unterbringung Geflüchteter zusehends schwieriger. Zwar hat die Stadtverwaltung den Zugriff auf Sport- und Versammlungshallen abwenden können, doch der Druck steigt, auch weil das Justizministerium – wie schon 2015 – die Erfüllung der Quote in Stuttgart angemahnt hat. Die Stadt hatte Ende vergangenen Jahres 1461 Menschen zu wenig untergebracht. Der rund 20 Hektar große Eiermann-Campus in Vaihingen gilt der Kommune als möglicher Standort für Unterkünfte für rund 400 Flüchtlinge. Vor allem aber ist er der größte Wohnungsbaustandort, nachdem sich eine zeitnahe Realisierung des Rosensteinviertels auf dem heutigen Bahnhofsgelände erledigt haben dürfte. Dort könnten 2000 Wohnungen für breite Bevölkerungsschichten gebaut werden. Dass angesichts der schwierigen Suche nach Standorten für neue Flüchtlingszentren das CDU-geführte Ministerium für Justiz und Migration nun das ehemalige IBM-Firmengelände in den Fokus genommen hat, um dort den Bau einer Landeserstaufnahmestelle (LEA) für Flüchtlinge zu prüfen, ist aus Regierungssicht nachvollziehbar.