Unternehmen am Bodensee ZF Friedrichshafen trennt sich von Haldex – Haldex freut sich

Von red/reuters 

Der baden-württembergische Autozulieferer ZF Friedrichshafen gehört zur weltweiten Spitze auf dem Gebiet der Antriebs- und Fahrwerktechnik. Nun hat er seine Beteiligung an einer schwedischen Firma verkauft.

Eine Mitarbeiterin der Firma ZF Friedrichshafen montiert ein automatisches Getriebesystem für schwere Nutzfahrzeuge. (Archivbild) Foto: picture alliance / dpa/Felix Kästle
Eine Mitarbeiterin der Firma ZF Friedrichshafen montiert ein automatisches Getriebesystem für schwere Nutzfahrzeuge. (Archivbild) Foto: picture alliance / dpa/Felix Kästle

Frankfurt - Der Autozulieferer ZF Friedrichshafen hat seine Beteiligung an dem schwedischen Bremsen-Spezialisten Haldex abgestoßen. ZF verkaufte die 8,9 Millionen Aktien, die einem Anteil von 20 Prozent entsprachen, über Nacht an institutionelle Investoren zu 50 schwedische Kronen (rund 4,67 Euro) das Stück, wie der Konzern am Freitag mitteilte. Das Unternehmen habe das strategische Interesse an Haldex verloren. Die Haldex-Aktien, die am Donnerstag bei 59,30 Kronen geschlossen hatten, brachen am Vormittag um bis zu elf Prozent ein.

Die Haldex-Führung begrüßte den Verkauf. „Ich würde so weit gehen, das ein frühes Weihnachtsgeschäft für Haldex und seine Kunden zu nennen“, sagte Aufsichtsratschef Jorgen Durban. Die Schweden setzen darauf, dass der Anteilsverkauf die Türen öffnet für mögliche strategische Partner. Zudem hoffen sie, dass der deutsche Bremsenhersteller und zweitgrößte Anteilseigner Knorr-Bremse ebenfalls seine Anteile abgibt. Knorr Bremse teilte mit, man überprüfe die strategischen Investitionen regelmäßig. Aktuell gebe es keine Entscheidung, etwas an der Beteiligungsstruktur zu ändern. Knorr hält noch rund zehn Prozent an Haldex.

ZF hatte sich 2016 und 2017 einen erbitterten Übernahmekampf mit Knorr-Bremse um das schwedische Unternehmen geliefert. Erst hatte ZF 100 Kronen für Haldex geboten, dann schließlich auf 120 Kronen erhöht. Am Ende kam keiner der beiden zum Zuge. Die Schweden hatten mehrmals ihren Unmut über die Beteiligungsstruktur mit zwei Konkurrenten als Haupteigner geäußert, da diese die Attraktivität für Investoren und Kunden schmälere.