Stuttgart - Wie kann es sein, dass in der Automobil- und Stauhauptstadt Stuttgart an den beruflichen Schulen Lehrer für Fahrzeugtechnik fehlen? Und, vor dem Hintergrund der digitalen Transformation, zudem auch noch Informatiklehrer? Die Antwort ist ganz einfach: Die Wirtschaft bietet attraktivere Arbeitsbedingungen. Jedenfalls, solange sie boomt.
Tja, und nun? Nun fällt in den besagten Fächern eben ein Teil des Unterrichts aus. Und es wird in Großgruppen unterrichtet. Das kann niemandem egal sein. Den Schülern nicht, die ein Recht auf eine ordentliche Ausbildung haben. Den Lehrern nicht, die ohnehin schon seit Jahren Überstunden leisten. Und dem Kooperationspartner Wirtschaft schon gar nicht. Denn gerade dort werden doch gut ausgebildete Mitarbeiter gebraucht.
Selbst die Zulage für Direkteinsteiger aus der Wirtschaft lockt nicht genügend
Die Bordmittel, die das Regierungspräsidium den Schulen zur Kompensierung der Lücken empfiehlt, scheinen ausgeschöpft zu sein. Selbst die Zulage von bis zu 950 Euro, die das Land studierten Direkteinsteigern aus der Wirtschaft zahlt, scheint zumindest im Bereich Fahrzeugtechnik als Lockmittel nicht auszureichen.
In der Informatik gibt es diese Zulage nicht. Weshalb eigentlich nicht? Entlastung bringen könnte auch der Kontaktstudiengang Informatik: eine Fortbildung für Lehrer, die nicht Informatik studiert haben. Jetzt ist er auch für berufliche Schulen offen.
Ihnen bleibt zudem noch eine Hoffnung: Im Falle einer Wirtschaftsflaute könnte sich die Interessenlage ändern.
inge.jacobs@stzn.de