Stadtbahn-Halt Pragfriedhof vor dem Aus Bürger in Stuttgart-Nord wehren sich mit Protest-Post an OB Kuhn

Von Eva Funke 

Kommt das Aus für den Halt Pragfriedhof? Die Bürger im Stuttgarter Norden wehren sich gegen den Abbau ihrer Haltestelle an der Friedhofstraße.

Mit dieser Postkarte drücken die Anwohner im Norden tausendfach ihren Unmut aus. Foto: Bürgerinitiative 6 Bilder
Mit dieser Postkarte drücken die Anwohner im Norden tausendfach ihren Unmut aus. Foto: Bürgerinitiative

Stuttgart - Läuft alles nach den Plänen der Stuttgarter Straßenbahnen (SSB), wird die Haltestelle „Pragfriedhof“ im Stuttgarter Norden keine zwei Wochen mehr angefahren. Die letzten Fahrten der Stadtbahnlinie U 12 über die Friedhofstraße sind für Samstag, 2. Dezember, vorgesehen. Zwischen Sonntag, 3. Dezember, und Samstag, 9. Dezember, soll die Gleisverbindung am Milchhof in Richtung Europaviertel verschwenkt werden. In dieser Zeit fährt die U 12 gar nicht in diesem Abschnitt. Die SSB will Ersatzbusse einsetzen. Und für die Friedhofstraße ist dann – nach zehn Jahren – ganz Schluss: Sie soll gar nicht mehr angefahren werden, da sie ja sowieso nur nur als Provisorium gedacht gewesen sei, argumentieren die SSB.

Auf die Haltestelle will kaum ein Anwohner verzichten

Die Anwohner wollen das auch kurz vor knapp noch nicht hinnehmen. Barbara Hörner und ihre Mitstreiter haben 1000 Unterschriftenkarten gegen die „Stilllegung der Haltestelle Pragfriedhof“ drucken lassen und verteilen sie an der Haltestelle. Auf den Postkarten steht: „Die Stilllegung der Haltestelle Pragfriedhof steht kurz bevor! Mit uns kann man’s ja machen – Oder doch nicht?“ Hörner: „So ziemlich jeder unterschreibt, sogar Leute, die nicht im Norden wohnen“. Die Karten, die direkt an Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne) adressiert sind, können die Bürger selbst an den OB ins Rathaus schicken oder sofort unterschreiben und wieder abgeben: „Wir überreichen sie dann dem Oberbürgermeister im Rathaus“, sagt Hörner. Die Erfahrung der 62-Jährigen: Egal wie alt die Leute seien: Für alle sei die Haltestelle wichtig. Aber vor allem ältere und behinderte Menschen seien darauf angewiesen. Hörner: „Wenn die Friedhofstraße vom Schienennetz abgehängt ist, verlieren viele Anwohner einen barrierefreien und nahen Zugang zur Stadtbahn. Und für die Besucher des Pragfriedhofs fällt die Haltestelle zum Haupteingang weg.“ Die SSB-Kunden, die bislang an der Friedhofstraße ein oder ausgestiegen sind, müssen künftig mehrere hundert Meter weiter zu den Haltestellen Eckartshaldenweg, Milchhof, Budapester Platz oder Stadtbibliothek.

Die neue Strecke soll am Samstagnachmittag, 9. Dezember, mit einem Festakt eröffnet werden, heißt es in einer Info-Broschüre der SSB für die Anwohner. Ein Fest? Das wird die Eröffnung der neuen Strecke für die Anwohner vermutlich nicht werden.

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