Untersuchung in Ludwigsburg Parkplatz wird auf Kriegsreste im Boden untersucht

Von Sandra Dambacher-Schopf 

Ob das Kallenberg’sche Gelände am Busbahnhof gefahrlos bebaut werden kann, soll eine ausführliche Bodenuntersuchung zeigen. Ein Ärztehaus mit Café und Hotel ist geplant, wo bisher Autos parken.

Ein Bohrer arbeitet sich  Stück für Stück in den  Untergrund vor. Foto: factum/Granville
Ein Bohrer arbeitet sich Stück für Stück in den Untergrund vor. Foto: factum/Granville

Ludwigsburg - Es tut sich etwas auf dem Kallenberg’schen Gelände am Ludwigsburger Busbahnhof: Die Bebauung mit einem Ärztehaus wird vorbereitet. Der Parkplatz an dieser Stelle, der von Kunden der Bahn genutzt wird, ist geräumt und bleibt voraussichtlich bis Sonntag, 11. Juni, gesperrt. Stattdessen steht dort ein Lastwagen, ausgerüstet mit einem großen Bohrer. An einigen Stellen sind bereits sechs Meter tiefe Löcher im Asphalt. Stück für Stück geht es mit Vorsicht voran.

Eine Sonde wird hinabgelassen und soll Auskunft darüber geben, ob sich noch Kampfmittel – also eventuell Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg – im Boden befinden. Eine Untersuchung von oben mit Detektoren sei nicht möglich, weil sich zu viele metallische Störkörper im Grund befänden, erklärt die Firma Terrasond, die die Arbeiten leitet. Eine solche Untersuchung sei Routine vor weiteren Bodenüberprüfungen, um Menschen nicht zu gefährden.

Große Schrottteile sind zunächst schwer von Bomben zu unterscheiden

Der Kampfmittelbeseitigungsdienst des Landes gibt vor, wo und wie tief gebohrt werden soll. Ebenso kann der Dienst über alte Luftbilder der Alliierten recht genau gefährdete Gebiete eingrenzen. Über das Archiv werden dann sogenannte Blindgänger-Verdachtspunkte festgelegt. Dennoch sei es sehr selten, dass tatsächlich eine Bombe gefunden werde. Meistens sind es laut Terrasond eher große alte Schrottteile, die aber zunächst nur schwer von einer Bombe zu unterscheiden seien.

Eine Tiefgarage ist geplant

Die Untersuchung des Bodens ist aber vor allem notwendig, weil hier einst ein großes Industriegebäude stand. „Es gab Verfüllungen“, sagt Thomas Hugger, der Leiter des städtischen Fachbereichs Liegenschaften, der die Untersuchung beauftragt hat. „Wir wissen aber nicht mit was.“ Neben der Zusammensetzung des Bodens sei es auch wichtig zu erkunden, wo der Grundwasserspiegel liege, denn es soll eventuell eine Tiefgarage gebaut werden. Die Investorengesellschaft D-Quadrat will ein Ärztehaus mit Hotel und Café errichten. Die Gesellschaft hat bereits das Bleyle-Areal auf der gegenüberliegenden Gleisseite bebaut. Ob und wie das Gelände genutzt werden könne, sei aber erst nach der Prüfung endgültig klar. Dann soll ein Architekten-Wettbewerb ausgeschrieben werden. Der gewünschte Baubeginn ist 2019.

Zunächst standen der Bebauung des Geländes die Pläne einer Stadtbahn im Weg. Ob ein Gebäude an dieser Stelle die zurzeit viel diskutierte Bahn verhindern könnte, sei bereits überprüft und als „unkritisch“ erachtet worden, sagt Hugger.

Dauerparker der Bahn bleiben auf der Strecke

Schlechte Nachrichten sind das also für die Dauerparker, die hier einen Platz von der Bundesbahn gemietet haben. Schon während der Bohrarbeiten gibt es für sie keine Ausweichmöglichkeiten, was ein Vorgeschmack auf den völligen Wegfall des Parkplatzes ist. Von Montag an sollen die Mieter aber erst einmal wieder ihre Wagen wie gewohnt dort abstellen können.