Die Staatsanwaltschaft will sich noch zwei Monate Zeit nehmen, um die Untreue-Vorwürfe gegen den Ex-FDP- Ratsfraktionschef und jetzigen AfD-Sprecher Bernd Klingler zu prüfen. Er noch nicht einmal von der Polizei vernommen worden, sagte Klingler.

Stuttgart - Die Ermittlungen gegen den früheren FDP-Fraktionschef und jetzigen Sprecher der AfD-Ratsfraktion im Gemeinderat Bernd Klingler wegen des Verdachts der Untreue werden voraussichtlich erst im Juni abgeschlossen sein. Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft bestätigte auf StZ-Anfrage, dass die Prüfung der Vorwürfe noch mindestens zwei Monate in Anspruch nehmen werde. Der Beschuldigte selbst nannte die Verzögerung „traurig“. Er zeigte sich zudem verwundert darüber, dass er bislang nicht von der Polizei vernommen worden sei.

 

Seine liberalen Ex-Stadtratskollegen haben dagegen inzwischen allesamt ihre Version der Vorgänge bei den Behörden zu Protokoll gegeben. Matthias Oechsner, Heinz Lübbe und Sibel Yüksel hatten die Ermittlungen gegen Klingler ins Rollen gebracht und ihrem früheren Aushängeschild unter anderem vorgeworfen, 12 500 Euro ohne entsprechenden Buchungsbeleg aus der Fraktionskasse entnommen und in seiner Werbeagentur aufbewahrt zu haben. Zudem soll er Druck- und Verteilaufträge für FDP-Flugblätter zu weit überhöhten Preisen an eine ihm bekannte Agentur vergeben haben. Klingler, der nach Bekanntwerden der Vorwürfe aus der FDP aus- und zur rechtspopulistischen AfD übergetreten war und der bis dato dreiköpfigen Gruppierung zum Fraktionsstatus verholfen hatte, verwahrt sich gegen den Untreuevorwurf.

Unterdessen bestätigte ein Sprecher von AfD-Landeschef Bernd Kölmel, dass das vom Landesvorstand gegen den Stuttgarter Stadtrat Heinrich Fiechtner angestrengte Parteiausschlussverfahren bis zum Landesparteitag am 23. Juli in Pforzheim abgeschlossen sein soll. Dieser hatte wie berichtet den Koran mit Hitlers „Mein Kampf“ verglichen und OB Fritz Kuhn (Grüne) als „miesen faschistoid-populistischen Scharfmacher“ tituliert.