Plastik adieu: Im Laden von Martina Mohr und Uta Grasmannsdorf beim Waiblinger Postplatz gibt es so ziemlich alles im Glas – von Haferflocken, Nüssen oder Basmatireis bis hin zum Frischkäse. Sogar der frisch gebraute Kaffee und Espresso zum Mitnehmen kommt im umweltfreundlichen Marmeladenglas mit Deckel, ein selbst genähter Überzieher schützt die Finger vor zu viel Hitze. Denn schließlich gilt hier, im Unverpackt-Laden „b:ohne“, das namensgebende Motto „besser ohne“.
Die Ladensuche erwies sich als Odyssee
Fortan machten die beiden Frauen gemeinsame Sache, schrieben einen Businessplan und suchten nach einem Laden. „Es war eine Odyssee“, bringt Martina Mohr diese Phase in vier Worten auf den Punkt. Viele, viele Läden hat sich das Duo im Laufe der Monate angeschaut. Manche waren zu groß, andere ungünstig zugeschnitten oder zu teuer. Manche passten gut. Einige Male hatten die Frauen sogar schon eine Zusage, aber dann ruderte der Vermieter zurück. „Einige trauten dem Konzept offenbar nicht, weil es neu war“, vermutet Martina Mohr, der irgendwann Zweifel kamen und der Gedanke: „Vielleicht soll es gar nicht sein.“
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Mit einem mobilen Laden auf Wochenmärkten starteten Grasmannsdorf und Mohr einen Versuchsballon. „Die Entscheidung dazu fiel an einem lauen Sommerabend“, erinnert sich Uta Grasmannsdorf. Die Realität brachte dann lange Arbeitstage, nicht selten mit Kälte und Regen. „Es war ein Kraftakt“, sagt Martina Mohr im Rückblick, „allein der Auf- und Abbau hat zwei Stunden gedauert.“ Trotzdem habe sich die Schufterei ausgezahlt, denn die ersten Stammkunden vom Wochenmarkt halten nun auch dem Laden am Postplatz, der nach rund zwei Jahren Suche eröffnet hat, die Treue. Die Ladenfläche ist mit 33 Quadratmetern zwar deutlich geringer als ursprünglich geplant, erspart aber den zeitaufwendigen Auf- und Abbau. Und die Kundschaft kauft nun die Ware nicht mehr aus dem Sack unter dem Markttisch, sondern lässt diese aus schönen Glasbehältern in mitgebrachte Behälter oder vor Ort ausgeliehene Pfandgläser rieseln.
Das Auge kauft mit
Uta Grasmannsdorf und Martina Mohr haben sich ganz bewusst für Aufbewahrungsbehälter aus Glas entschieden, obwohl sie mit Plastikbehältern mehr Ware im Lädchen untergebracht hätten. „Das Auge kauft mit ein, unverpackt einkaufen kann schön sein“, sagt Uta Grasmannsdorf. Für den Waiblinger Unverpackt-Laden, den sie gerne als „Boutique“ bezeichnet, gelte die Devise „klein und fein, stylish aber gemütlich“. Für Kunden, die keine Behälter dabei haben, bietet das Duo Pfandgläser in verschiedenen Standardgrößen zum Befüllen an. Diese können dann im Unverpackt-Laden oder irgendeinem anderen Supermarkt zurückgegeben werden.
Die Waren beziehen die Frauen zum einen über den Verband der Unverpackt-Läden, ein großer Teil stammt aber auch von regionalen Lieferanten: Öle und Nüsse etwa kommen aus Weinstadt, Kaffee und Schokolade aus Winnenden, Honig aus Schwaikheim, Mehle und Müsli aus der Hegnacher Mühle, Seifen und feste Shampoos aus Waiblingen und Stuttgart, Waschmittel zum Zapfen aus Waldenbuch. „Wir sind oft selbst überrascht, was es alles an regionalen Schätzen bei uns gibt“, sagt Martina Mohr.
Persönlich und im Netz
Ostermarkt
Beim verkaufsoffenen Sonntag, 3. April, dem Waiblinger Ostermarkt, ist auch der Unverpackt-Laden „b:ohne“, Am Stadtgraben 6, in der Zeit von 11 bis 18.30 Uhr geöffnet. Beim Ostermarkt gibt es im Laden eine Tombola und Gelegenheit, das Sortiment anzuschauen. Ansonsten ist der Laden immer dienstags und donnerstags von 10 bis 19 Uhr, mittwochs und freitags von 10 bis 18 Uhr und samstags von 9 bis 14 Uhr geöffnet.
Lieferservice
Der Laden hat auch einen eigenen Webshop, in dem ein Großteil der im Geschäft angebotenen Waren bestellt werden kann (www.bohne-waiblingen.de) . Ausgeliefert wird der Einkauf mit einem Elektroauto an zwei Tagen in der Woche bis an die Haustür.