Unwetter – Folgen des Klimawandels Mehr Katastrophen durch Klimawandel und Extremwetter

Ein massives Unwetter mit einer Shelf Cloud (tiefe, horizontal ausgerichtete Wolke in Keilform, die vor allem aber in Verbindung mit Gewittern und  Böenfronten häufig auftritt) zieht über die A8 bei Esslingen und Stuttgart auf. Foto: Alexander Hald/vmd-images/dpa 14 Bilder
Ein massives Unwetter mit einer Shelf Cloud (tiefe, horizontal ausgerichtete Wolke in Keilform, die vor allem aber in Verbindung mit Gewittern und Böenfronten häufig auftritt) zieht über die A8 bei Esslingen und Stuttgart auf. Foto: Alexander Hald/vmd-images/dpa

Der Klimawandel hat bereits extreme Auswirkungen auf die Menschheit. Klimabedingte Naturkatastrophen fordern unzählige Menschenleben und verursachen volkswirtschaftliche Schäden in astronomischer Höhe.

Leben: Markus Brauer (mb)
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Stuttgart/Genf - Vier von fünf Naturkatastrophen weltweit sind nach einer Studie des Roten Kreuzes – dem „World Disasters Report“ – in den vergangenen zehn Jahren auf extremes Wetter und die Folgen der Klimakrise zurückgegangen. Dazu gehören Unwetter, Überschwemmungen und Hitzewellen.

Zusammen haben diese Katastrophen demnach mehr als 410 000 Menschenleben gefordert. Laut der Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften ist die Zahl der klima- und wetterbedingten Katastrophen seit den 1990er Jahren in jedem Jahrzehnt um fast 35 Prozent gestiegen.

Insgesamt wurden durch solche Katastrophen 1,7 Milliarden Menschen in Mitleidenschaft gezogen. Sie verloren Angehörige, wurden verletzt oder verloren Wohnbauten, Vieh, Felder und Lebensgrundlagen.

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Arme Länder erleben mehr Katastrophen

Bei allem Einsatz zur Eindämmung des Klimawandels denke die Welt viel zu wenig an den Schutz der gefährdetsten Menschen, kritisierte die Föderation. Die Länder, die wegen des Klimawandels die meisten Naturkatastrophen erlebten, erhielten nur einen kleinen Teil des Geldes, das für die Anpassung an den Klimawandel aufgewendet werde.

Reiche Länder, die milliardenschwere Konjunkturpakete wegen der Corona-Pandemie schnürten, müssten dieses Versäumnis angehen, fordert die Föderation. Investiert werden müsse in Frühwarnsysteme und Programme, die den schlimmsten Folgen der Naturkatastrophen vorbeugen können.

Kosten des Klimawandels gehen in die Billionen

Die Kosten des Klimawandels könnten einer aktuellen Prognose zufolge in den kommenden Jahrzehnten in die Billionen gehen. Im Jahr 2070 könnten sie weltweit bereits 5,4 Billionen US-Dollar (umgerechnet rund 4,6 Billionen Euro) betragen, wie Forscher des University College London und der Nichtregierungsorganisation Carbon Disclosure Projekt (CDP) berechnet haben.

Zum Ende des nächsten Jahrhunderts, im Jahr 2200, könnten sie sogar die Schwelle von mehr als 30 Billionen US-Dollar (mehr als 26 Billionen Euro) erreichen, weil etwa Naturkatastrophen zu immer verheerenderen Schäden führen dürften.

Zugrunde liegt dieser Berechnung ein „Weiter-wie-bisher“-Szenario mit einem ähnlichen Ausstoß von Treibhausgasen, das bis zum Ende dieses Jahrhunderts zu einer Erderwärmung von 4,4 Grad führen würde.

Extremwetter und extreme Schäden in Baden-Württemberg

Die Hagelgewitter der vergangenen Wochen haben in Baden-Württemberg und Bayern doppelt so viele Schäden verursacht wie angenommen. Die Vereinigte Hagelversicherung teilte mit, sie gehe nun von einem Schaden von etwa 20 bis 23 Millionen Euro aus. „Gut 66 000 Hektar wurden vom 18. bis 25. Juni zur Regulierung angemeldet“, heißt es. Sogenannte Superzellen können durch ihre Rotation und Langlebigkeit weitaus höhere Schäden anrichten als gewöhnliche Gewitter.

Die Allianz rechnet nach den Hagelgewittern der vergangenen Tage mit 25 000 beschädigten Autos allein in Süddeutschland. Der Versicherer geht nach Schadenmeldungen der Kunden davon aus, dass in Bayern 15 000 und in Baden-Württemberg 10 000 Fahrzeuge von Hagel verbeult oder anderweitig beschädigt wurden. 

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