Unwetter in Stuttgart und Region Sturzflut hält Einsatzkräfte auf Trab

Von StZ 

Update In Böblingen bleibt die überflutete Burghaldenstraße am Dienstag weiter gesperrt. Die Straße wurde am Montag unterspült, deshalb muss derzeit der Asphalt geprüft werden. Im Sommerhofenpark kann man ebenfalls noch die Spuren der Überflutung sehen.

 Foto: www.7aktuell.de | Oskar Eyb 162 Bilder
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Stuttgart - Heftige Regenfälle haben am Montag selbst kleine Bäche zu reißenden Strömen werden lassen und teilweise heftige Schäden angerichtet in Stuttgart und der Region. So trat der Sindelbach in Vaihingen über die Ufer und überflutete das komplette Freibad Rosental. Da nicht zuletzt die Technik des Bades stark in Mitleidenschaft gezogen wurde, ist nach Auskunft der Stadtverwaltung noch nicht absehbar, wann das Bad wieder geöffnet werden kann. Auch über die Schadenshöhe war am Montagabend noch nichts bekannt. Bis zu 100 Liter Regen je Quadratmeter sind laut dem Deutschen Wetterdienst binnen 24 Stunden in Stuttgart gefallen. Die Einsatzkräfte waren nonstop gefordert, sämtliche verfügbaren Streifenbesatzungen der Polizei wegen der Sturzfluten im Dauereinsatz.

Die Böblinger Feuerwehr war am Dienstag noch im Einsatz, um Keller leer zu pumpen. Sie selbst ist auch betroffen. In der Böblinger Feuerwache drückt neuerdings Grundwasser durch die Schächte ins Untergeschoss des Gebäudes. Eine Fachfirma ist auf der Suche nach der Ursache dafür.

Probleme gab es gestern unter anderem auch bei Kreissparkasse Böblingen, die gerade eine neue Tiefgarage baut. In einen Lichtschacht bei der Tiefgarage sei Wasser eingedrungen, das in einen Trafo zu laufen drohte. Das konnte die Feuerwehr verhindern. Probleme gab es wohl auch beim Bahnhofsgebäude, wo derzeit gebaut wird. Dort dringt laut Frech auch immer noch Wasser ständig nach. Die Ursache ist aber unklar. Bis heute Nacht gegen 1 Uhr, 1.30 Uhr war unklar, ob ein Stauwehr vor Dagersheim den Wassermassen standhält. Der Pegel war auf 5,52 Meter angestiegen, bei sechs Metern öffneten sich die Schleusen wohl automatisch. In Absprache unter anderem mit dem Wasserverband Schwippe, Landratsamt und Polizei wurden die Schleusen etwas geöffnet. Daraufhin hat sich nach Angaben von Frech die Lage entspannt. 

Probleme schon am Montagnachmittag

Bereits am Montagnachmittag bekamen S-Bahn-Nutzer die Folgen des Starkregens zu spüren. Der rund 200 Meter lange Berghautunnel zwischen den S-Bahn-Stationen Goldberg und Stuttgart-Rohr lief mit Wasser voll, der S-Bahn-Verkehr auf der Linie S 1 musste von kurz nach 15 Uhr an zwischen Böblingen und Vaihingen komplett eingestellt werden. Die Züge der Linie S 1 verkehrten nur noch zwischen Kirchheim/Teck und Vaihingen sowie zwischen Böblingen und Herrenberg.

Zwischen Vaihingen und Böblingen gab es nach Auskunft der Bahn einen Ersatzverkehr per Bus. Die Regionalzüge von und nach Singen, Rottweil Freudenstatt wurden laut Bahn umgeleitet. In Böblingen gestrandete Reisende konnten von dort aus die S 60 für die Weiterfahrt nach Stuttgart Stadtmitte benutzen. Reisenden, die von Stuttgart nach Böblingen fahren wollten, konnten ebenfalls die Linie S 60 nutzen.

Baum stürzt auf die Gleise

Nach Angaben der Bahn stand das Wasser im Berghautunnel zunächst so hoch, dass die Feuerwehr nicht in der Lage war, es abzupumpen. Hieß es zunächst, dass nichts anderes übrig bleibe als abzuwarten, bis alles versickert sei, so wurde die Strecke am frühen Abend dann doch durch Abpumpen schneller trocken gelegt. Die Wehren versuchten gleichfalls zu verhindern, dass weiteres Wasser, das die Hänge herabströmte, in den Tunnel lief. Und auch auf den Linien S 2 und S 3 kam es kurzfristig zu Störungen, nachdem am späten Nachmittag ein Baum zwischen Stuttgart-Rohr und Leinfelden auf die Gleise gestürzt war. „Hier konnten wir den Betrieb aber schnell wieder aufnehmen“, sagte eine Bahnsprecherin. Bereits kurze Zeit nach dem Vorfall sei die Strecke wieder frei gewesen.

Nicht ganz so glücklich war die Situation zwischen Berghautunnel und Böblingen. Dort machte den Einsatzkräften, nachdem der Tunnel frei war, ebenfalls noch ein umgestürzter Baum zu schaffen. Kurz nach 21 Uhr verkehrte die S 1 dann aber wieder.

Nicht nur die Bahn war durch den Starkregen betroffen. Bereits um 14.30 Uhr blieben im Bereich einer Senke in Feuerbach an der Kreuzung von Wiener Straße und Triebweg zwei Autos im dort etwa 40 Zentimeter hohen Wasser liegen. In Stuttgart-Rohr lief eine Unterführung an der Robert-Koch-Straße voll. Zwei Meter hoch stand dort das Wasser, für ein Fahrzeug war in den Fluten Endstation. In der Folge der Überflutung des Rosentalsees blieb im Bereich Vollmöller-/Krehlstraße ein Auto liegen, die Epplestraße in Möhringen wurde im Bereich der dortigen Senke für den Verkehr gesperrt. Ebenso wurde die Fuchswaldstraße in Kaltental dicht gemacht.

In mehreren Kellern und Untergeschosswohnungen hieß es im Stadtgebiet „Land unter“. Betroffen von den Fluten war auch das erst vor zwei Wochen eingeweihte Polizeirevier in Feuerbach. Hier drang das Wasser über die Kanalisation in die Kellerräume. Dass die Kanäle für plötzlich auftretende Wassermassen mitunter zu klein dimensioniert sind, wurde auch in Bad Cannstatt deutlich. Dort wurde ein Kanaldeckel aus dem Schacht gehoben – die Polizei setzte den Kanaldeckel wieder ein.

 




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