Unwetter Waldenbuch Wohnanlage fürs Erste unbewohnbar

Die Rettungskräfte im Einsatz in der Unwetternacht am 28. Juni Foto: SDMG/Dettenmeyer

Die Überflutungen in Waldenbuch haben immense Schäden an der Seniorenwohnanlage Sonnenhof hinterlassen. Auf 1000 Quadratmetern muss der Estrich ersetzt werden.

Waldenbuch - Die Bewohnerinnen und Bewohner der Seniorenwohnanlage Sonnenhof werden noch über Wochen oder gar Monate mit den Folgen des Hochwassers leben müssen, das am 28. Juni Teile der Waldenbucher Altstadt geflutet hat. Die Schäden an dem Gebäude sind so groß, dass zunächst umfassende Sanierungsarbeiten nötig sind, bevor die Wohnanlage wieder bewohnbar ist.

 

Im Keller stand das Wasser fast zwei Meter hoch

Der Sonnenhof liegt in einer Senke und war von den Überflutungen besonders stark betroffen. Der Leiter des städtischen Bauamts, Wolfgang Kloker, hat eine Schadensübersicht erstellt: „Im Keller des Gebäudes stand das Wasser bis zu einer Höhe von 1,80 Meter. Dabei wurde die gesamte Stromversorgung beschädigt. Auch die Heizung und der Aufzug sind defekt. Im Erdgeschoss stand das Wasser 60 Zentimeter hoch.“

Die Stadt arbeitet unter Hochdruck daran, dass die Senioren die oberen Stockwerke wieder beziehen können. Sobald die Strom- und Wasserversorgung funktioniert, ist für sie die Rückkehr aus den Interimsquartieren möglich. Ein Problem bleibt allerdings der zerstörte Aufzug. „Die Lieferzeit für eine neue Anlage beträgt mehrere Monate“, sagt Wolfgang Kloker. Im Moment wird der Einsatz eines Treppenlifts geprüft. Läuft alles nach Plan, könnten die Betroffenen Anfang August in ihre Wohnungen zurückkehren.

Sanierung nach der Überschwemmung wird lange dauern

Das gilt allerdings nicht für die fünf Wohnungen im Erdgeschoss. Hier wird die Sanierung noch deutlich länger dauern. Gemeinsam mit der Gebäudeversicherung wurde festgelegt, dass der Estrich im Keller und Erdgeschoss auf insgesamt 1000 Quadratmetern komplett erneuert wird. Das Vorhaben wird dadurch erschwert, dass die Kellerräume erst noch leergeräumt werden müssen. Im Moment ist der Aufenthalt aus Sicherheitsgründen nur mit Begleitung möglich. Viele Senioren haben dort Erinnerungsstücke gelagert, die vom Wasser zerstört wurden. Ausgeräumt werden dürfen die Räume erst, wenn die Besitzer zugestimmt haben.

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Um gemeinsam mit den Bewohnern eine Lösung zu finden und ihnen einen Überblick über die Arbeiten und Pläne zu geben, hat die Gemeinde zusammen mit dem Siedlungswerk eine Informationsveranstaltung für Eigentümer und Mieter organisiert. Treffpunkt ist am Montag, 26. Juli, um 11 Uhr im Haus der Begegnung.

Starkregen hat auch andernorts Schäden hinterlassen

Bereits abgeschlossen ist die Reinigung der Regen- und Schmutzwasserkanäle in der Stadt. Ein Spezialunternehmen hat drei Tonnen Schwemmmaterial entsorgt, das vom Starkregen eingespült worden war. Auch auf dem bewegungsaktiven Spielplatz in der Glashütte sind die Schäden bereits behoben: Aus hygienischen Gründen musste der gesamte Fallschutz ausgetauscht werden. Der Bauhof hat die verschlammten und aufgeweichten Holzhackschnitzel entsorgt und ersetzt.

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