Upcycling in Altbach Innovativ in Sektlaune

Von Akiko Lachenmann 

Eine Frauengruppe aus Altbach liebt Après-Ski und Sekt: Daraus ist eine clevere Upcycling-Idee entstanden, bei der die Korken eine Hauptrolle spielen.

Herzallerliebste Miniaturen – gefertigt aus Korken, Agraffe und Champagnerdeckeln Foto: Lachenmann
Herzallerliebste Miniaturen – gefertigt aus Korken, Agraffe und Champagnerdeckeln Foto: Lachenmann

Esslingen - Produktideen müssen nicht immer in Kreativwerkstätten geboren werden. 17 Frauen aus Altbach (Landkreis Esslingen) haben zu ihrer auf einer Skihütte im Allgäu bei leicht gehobenem Promillepegel gefunden. Die Frauen, die sich vor bald neun Jahren in der Kälte, nämlich beim Warten vor dem Waldkindergarten, kennengelernt haben, verbindet die Lust auf Sekt beim Apres-Ski, für den sie jedes Jahr gemeinsam ins Allgäu fahren (und dabei 47 Kinder bei ihren Männern lassen). Als im vergangenen Winter die Planungen für das zehnjährige Jubiläum anstanden, wollten die Frauen den runden Geburtstag jedoch nicht, wie jedes Jahr, nur begießen. Sie wollten ihrem Lieblingsgetränk auf besondere Weise huldigen. Beim Überlegen, wie das konkret aussehen könnte, blieben wohl die Blicke an den Überbleibseln der geleerten Sektflaschen hängen. So entstand die Idee, aus dem Drahtgestell am Flaschenhals, der so genannten Agraffe, Alu und den Korken selbst kleine Liebhaberstücke zu basteln und beim winzigen Weihnachtsmarkt von Altbach, der immer nur einen Tag lang währt, Gleichgesinnte damit zu erfreuen.

Ihre Ehemänner haben die Bastlerinnen belächelt

Das Upcycling-Projekt wurde von den Ehemännern zunächst belächelt. Doch als diese im Sommer die ersten Korkenmännchen, Drahthöckerchen, gestrickten Sekthalter und andere Kreationen zu Gesicht bekamen, begannen sie eifrig, Regale für die Unikate zu zimmern. Instinktiv wendeten die breit aufgestellten Frauen – eine Richterin, eine Kosmetikerin, eine Zugführerin, eine Bankerin, eine Raumausstatterin und so weiter – modernstes Projektmanagement an. Produziert wurde bei flexiblen Arbeitszeiten im Home Office, eigenverantwortlich und rein intrinsisch motiviert. So weiß denn auch keiner so genau, wie groß das Sortiment am kommenden Samstag ausfallen wird. „Vielleicht bleiben wir auf allem sitzen, vielleicht ist aber auch alles nach einer Stunde weg,“ spekuliert die Pressesprecherin Pamela Weber, die das Unterprojekt Schneemännchen verantwortet. Eines aber wird mit Sicherheit am Stand nicht ausgehen: der Sekt.




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