InterviewUraufführung in der Tribühne Intendantin Edith Koerber inszeniert „Esperanza“

Von Nicole Golombek 

„Wir leben in einer Welt, die aus den Fugen geraten ist“, sagt Edith Koerber. Warum ihr Stück „Esperanza“ dennoch optimistisch ist, sagt die Intendantin und Regisseurin im Interview.

Edith Koerber inszeniert und spielt das Stück „Esperanza“ Foto: Tribühne
Edith Koerber inszeniert und spielt das Stück „Esperanza“ Foto: Tribühne

Stuttgart - Theaterintendantin Edith Koerber bringt gemeinsam mit ihrem Ensemble ein neues Stück auf die Bühne der Tribühne in Stuttgart. Eine Frau namens Sophia – Weisheit – trifft im Schwarzwald eine Mexikanerin mit Namen Esperanza – Hoffnung. Esperanza trägt einen japanischen Kimono und eine Maske – was Sophia chinesisch vorkommt. Das wirft Fragen auf.

Frau Koerber, in Ihrem Stück „Esperanza“ gibt es eine Mexikanerin namens Esperanza mit japanischem Kimono im Schwarzwald. Das klingt abenteuerlich, was verbirgt sich dahinter?

Esperanza ist eine Kunstlehrerin, und der Kimono wurde ihr von einer ihrer Schülerinnen geschenkt. Am gleichen Tag, als sie dieses Geschenk erhielt, geschah etwas, das ihr Leben und ihre Denkweise vollkommen veränderte und sie später zu einer Reise in den Schwarzwald bewegte. Die abenteuerliche Geschichte, die sich dahinter verbirgt, kann ich in kurzen Worten nicht wiedergeben, denn das kristallisiert sich während der Vorstellung langsam heraus.

Sie haben das Stück gemeinsam mit dem Ensemble geschrieben. Wie funktioniert so etwas?

Ich habe zuerst eine Textfassung erstellt, die wir dann bei den Proben gemeinsam verändert, erweitert oder auch gestrichen haben. Das Stück basiert ja auf tatsächlichen Begebenheiten. Wir haben gemeinsam recherchiert und uns fortwährend über bestimmte Bücher ausgetauscht.

Esperanza heißt Hoffnung – ist Ihr Stück eher optimistisch oder eher pessimistisch?

Optimistisch, denn ohne Hoffnung gibt es für mich keinen Grund Theater zu machen, auch wenn wir in einer Welt leben, die aus den Fugen geraten ist wie schon vor langer Zeit Shakespeare geschrieben hat. Ein Grund zur Hoffnung ist für uns zum Beispiel die Jugendbewegung „Fridays For Future“.

Wie schaffen Sie es, gleichzeitig zu schreiben, zu inszenieren und mitzuspielen?

Ja, das mitspielen und gleichzeitig Regie führen ist das Schwierigste, deshalb agiere ich als Spielerin nur ganz kurz am Anfang der Vorstellung.

Was für eine Art Musik wird Sebastian Huber komponieren?

Sebastian Huber begleitet mit sensiblen Klängen die Vorstellung und interpretiert unter anderem auch ein spanisches Esperanza-Lied.

Info

Premiere: 3. Juli um 20 Uhr. Weitere Termine: 10., 12., 13. und 20. Juli. Kartentelefon: 0711 / 23 6 46 10.