Nahe Urbach sind Bohraktivitäten im Gange. Die Firma Coca Cola lässt einen ihrer drei dortigen Brunnen sanieren, bis zum Frühsommer soll dies abgeschlossen sein.
Urbach - Mitten in der Talaue der Rems nahe Urbach, gut sichtbar von der Bundesstraße 29 aus, ragt zurzeit eine große Bohrapparatur in die Höhe. Der Auftraggeber ist die Firma Urbacher Mineralbrunnen, eine Zweigniederlassung der Coca Cola Erfrischungsgetränke aus Berlin, deren Fabrikgebäude sich einen Steinwurf von der Bohrstelle entfernt befindet. Einer der drei Brunnen solle erweitert und mit einer neuen Stahlummantelung versehen werden, teilt die Konzernzentrale in Berlin auf Nachfrage mit.
Rund 60 Meter reicht das Loch, das nun saniert wird, in die Tiefe. Angezapft wird das unterirdische Dolomitgestein des Muschelkalks. Die Felsschicht ist durchlöchert wie Schweizer Käse, sie speichert daher viel Wasser. Gut 20 Jahre alt ist der Brunnen, der nun gewartet werden soll. Rund 4,5 Liter Wasser entströmen der Quelle im Schnitt pro Sekunde.
Seit 40 Jahren Süßgetränke aus Urbach
Seit mittlerweile gut 40 Jahren profitiert man in Urbach von den süßen Segnungen des Coca-Cola-Konzerns. Der Getränkehändler Lachenmaier war ursprünglich in Schorndorf beheimatet, er siedelte 1972 in die Nachbarkommune über. Bereits 1950 hatte Lachenmaier sich eine Konzession zum Abfüllen der braunen Brause aus Atlanta gesichert. Dem Konzern gefiel der Standort in der Nähe der Herminen-, der Schurwald- und der Urbacher Quelle so gut, dass er ihn komplett kaufte. Zunächst war Coca Cola in Urbach eine rechtlich selbstständige Tochter, im Jahr 2003 wurde sie zur Zweigniederlassung umfirmiert. In der Urbacher Getränkeproduktion habe man gegenwärtig 40 Beschäftigte, heißt es aus Berlin.
Bekannt in der Region sind vor allem die Mineralwasser und die Softdrinks der Marke „Urbacher“. In der Vergangenheit schreckte Coca Cola zudem nicht vor großen Investitionen zurück.
Produktionseinbußen werden nicht erwartet
Für rund 6,5 Millionen Euro leistete sich der Konzern eine Anlage für Kunststoffflaschen, in die mittlerweile ein Gutteil der Urbacher Getränke abgefüllt wird. Einwegverpackungen kosteten allerdings auch Jobs, weil für deren Produktion weniger Personal nötig sei, wie die Gewerkschaft Nahrung Genuss Gaststätten (NGG) moniert. Bei einem Streik vor gut einem Jahr hatten die Urbacher Beschäftigten beklagt, ihnen werde die „totale Flexibilität“ abverlangt. Indes brachte keine Arbeitskampfaktionen die Versorgung mit Brausen und Getränken in Gefahr. Auch die jetzige Brunnensanierung werde sich nicht auf die Produktion auswirken, heißt es von Coca Cola aus Berlin.