Urban Art in Stuttgart Wenn Street Art zur großen Oper wird

An vielen Ecken in Stuttgart ist außergewöhnliche Straßenkunst zu sehen. In der folgenden Bilderstrecke zeigen wir noch mehr Urban Art und erklären, was es mit dem „Urban-Art-Atlas“ auf sich hat und wie man mitmachen kann. Foto: Martin Stollberg 9 Bilder
An vielen Ecken in Stuttgart ist außergewöhnliche Straßenkunst zu sehen. In der folgenden Bilderstrecke zeigen wir noch mehr Urban Art und erklären, was es mit dem „Urban-Art-Atlas“ auf sich hat und wie man mitmachen kann. Foto: Martin Stollberg

Graffiti hat sich weiter entwickelt, urbane Kunst erobert den öffentlichen Raum. Wir stellen in einer neuen Serie in der Stuttgarter Zeitung Urban Art und ihre Protagonisten in Stuttgart vor. Online entsteht mit Hilfe der Leser der Urban-Art-Atlas Stuttgart.

Stuttgart - Dicke bunte Schriftzüge auf Mauern und an den Häuserfassaden der Städte: wer über Urban Art spricht, denkt zuerst meist an Street Art. Genauer: an Graffiti, das seit Anfang der 80er-Jahre auch in Stuttgart die Stadtbahnhaltestellen und Brückenfassaden ziert. Was anfangs von vielen als Schmiererei abgetan wurde, hat sich längst zu einer eigenständigen Kunstform entwickelt.

Doch was versteht man eigentlich unter Urban Art? Was davon ist Kunst – und was kann besser wieder weg? Urban Art ist jedenfalls längst mehr als Graffiti-Schriftzüge an Betonwänden. Street-Art-Künstler arbeiten mit Pinseln, Plakaten, Bleistiftzeichnungen, Schablonen (so genannten Stencils), Aufklebern, Aquarellen, mit Styropor oder Holz – und eben mit der Spraydose. Viele Street-Art-Künstler haben mit Graffiti angefangen und sich künstlerisch so weiterentwickelt, dass man sie nicht mehr nur auf die Ausdrucksform des Hip-Hops beschränken kann.

Urban Art, was ist das eigentlich?

Der Londoner Künstler Banksy hat Street Art als Spielerei des Pop bekannt gemacht. Seine Zitate der populären Kultur im Londoner Stadtbild werden mittlerweile so hoch gehandelt, dass Hausbesitzer die Werke nicht übermalen, sondern den bemalten Teil der Fassade lieber abtragen lassen, wenn möglich. Auch in Deutschland gibt es bekannte Street-Art-Vertreter. Zu den wichtigsten gehört Stefan Strumbel. Der Offenburger stammt aus der Graffiti-Szene und wurde überregional durch seine Neudefinierung des Heimat-Begriffs bekannt. Strumbel verfremdet zum Beispiel Kuckucksuhren in allen möglichen und unmöglichen Farben, Karl Lagerfeld gehört zu seinen Fans. In Stuttgart zeichnet er jetzt für das Bühnenbild der Puccini-Oper „La Bohème“ verantwortlich, die in der kommenden Spielzeit inszeniert wird.

Spricht man mit Stuttgarter Szene-Vertretern, wird schnell klar, dass es keine in Stein gemeißelte Definition von Street Art gibt. Street Art oder Urban Art ist eine sehr offene Angelegenheit, wie der Künstler Aurèle Mechler umreißt: „Der Drang nach Öffentlichkeit liegt jedem Künstler nahe, der seine Kritiker nicht scheut und sie womöglich sogar mit einem Werk auf der Straße konfrontiert. Manche urbanen Ecken sehen so schlimm aus, da muss einfach mal was passieren“, sagt Mechler, der sich als Graffiti-Künstler in der Heidelberger Hip-Hop-Szene um die Stieber Twins einen Namen machte und heute sein Atelier in den Waggons am Nordbahnhof hat.

Mach mit! Das Stadtkind baut mit dir den Urban-Art-Atlas Stuttgart. Mit deiner Hilfe soll eine digitale Galerie für Urban Art in Stuttgart und Region entstehen. Die Idee: Du siehst Urban Art in Stuttgart, machst ein Foto davon und trägst es in unserer Crowdmap ein. Das dauert nicht länger als 30 Sekunden. Hier steht, wie es geht - und in der folgenden Karte siehst du, welche Urban-Art-Spots schon in der Karte eingetragen worden sind:

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