In Sachen Untergrund könnte es auf der Stelle losgehen. „Hier ist Mutterboden ausgebracht worden“, sagt Maria Frece, „nur müsste der sich noch ein bisschen festsetzen.“ Frece steht auf dem Areal direkt neben den S-Bahn-Gleisen, nur wenige Meter vom Kornwestheimer Bahnhofsgebäude entfernt. Hier hat die Vorsitzende des Urban-Gardening-Vereins soeben mit Oberbürgermeisterin Ursula Keck die zukunftweisende Vereinbarung unterzeichnet: Die Stadt stellt dem Verein die Fläche westlich der S-Bahn-Trasse zur Verfügung, auf dass dort bald Gurken, Tomaten, Zucchini und Co. wachsen und gedeihen mögen.
Im Herbst haben die Vereinsaktivitäten Fahrt aufgenommen
Elf Mitglieder hat der Verein inzwischen. „Tendenz steigend“, sagt Frece. Im Herbst 2021 haben sich die ersten Mitglieder zu einem ersten Kennenlernen getroffen. Im Frühling des vergangenen Jahres hatte der Gemeinderat dem Projekt zugestimmt, den Antrag hatte die Fraktion Grüne/Linke gestellt – für einen Garten mitten im Stadtgebiet für alle, die mitmachen wollen. Das gibt es auch schon in Ludwigsburg oder in Marbach, und nun bald auch in Kornwestheim. Dort war erst aufgrund des Brückenneubaus in der Bahnhofstraße ein passendes Flurstück frei geworden. Nachdem sich die Arbeiten drei Monate länger hingezogen hatten als geplant, soll es jetzt endlich mit dem Gärtnern losgehen.
„Die Menschen sollen wieder mehr Freude an der Gartenarbeit und an ungespritzten Produkten haben“, sagt die OB. Dass sich der vor einigen Jahren gegründete Urban-Gardening-Verein nun quasi reaktiviert habe, macht sie froh. „Für uns war wichtig, dass es eine Organisation gibt für die Menschen, die sich hier engagieren wollen.“ Mit im Boot sind in der Startphase außerdem die Stadtwerke Ludwigsburg-Kornwestheim (SWLB), die für rund 3000 Euro bis zum Herbst für den Wasseranschluss sorgen. Außerdem hat die Spardabank 6000 Euro zugeschossen. Denn noch fehlen einige Dinge auf dem Gelände.
Eine Hecke und Bäume solle bald gepflanzt werden
So soll im Herbst eine Hecke entlang der Böschung zur Bahnhofstraße gepflanzt werden. Ein paar Bäume sind ebenfalls vorgesehen, genau wie eine Hütte mit Geräten für alle. Ursula Keck weiß: „Ernten ist ein langer Weg und verbunden mit viel Arbeit und Mühe.“ Klar ist: Beim Kornwestheimer Urban-Gardening-Projekt soll es nicht um kleine Parzellen gehen, die jeder für sich selbst bewirtschaftet. Alle sollen überall mitmachen.
Die Tinte ist also trocken, der Verein wird sich jetzt häufiger treffen. Es ist noch einiges zu klären. Was wird angepflanzt? Wer darf ernten? Nur Vereinsmitglieder oder auch andere Personen? Diese Fragen sollen bald beantwortet werden.