Für Entdecker: das Saarland
Schornsteine recken sich gen Himmel, rostige Rohre verknoten sich zu einem bizarren Labyrinth. Was aussieht wie die Kulisse eines Katastrophenfilms, ist ein stillgelegtes Industriegelände. Ab 1873 schufteten hier Arbeiter, um Kohle zu Koks und Erz zu Eisen zu verhütten. 1994 wurde die Völklinger Hütte von der Unesco zum Weltkulturerbe geadelt und ist seither ein spannendes Ausflugsziel. In Ensdorf steht die Halde Duhamel, ein 150 Meter hoher Berg aus Förderabfall. Ein Weg führt hinauf zum Saarpolygon. Das Denkmal aus Stahl symbolisiert den Wandel der Region. Mettlach punktet mit Natur: hier windet sich die Saar um 180 Grad. Und wer Kaiser Wilhelms Nachttopf sehen will, besucht die Firma Villeroy und Boch.
www.urlaub.saarland, www.voelklinger-huette.org, https://tourist-info.mettlach.de/
Für Geschichtsinteressierte: Das Eichsfeld in Thüringen
Zu DDR-Zeiten lag die Region Eichsfeld direkt an der Mauer. Gleich zwei Museen erinnern an ein trauriges Kapitel der deutsch-deutschen Geschichte. Beste Aussichten bietet die Ruine der Burg Hanstein. Rennsportfans dürften den Namen kennen: Fritz Huschke von Hanstein fuhr für Porsche. Im nahen Mühlhausen findet man ein sehr gut erhaltenes mittelalterliches Stadtensemble. Hier stehen allein zehn gotische Kirchen – in einer davon wirkte Johann Sebastian Bach als Organist. In St. Marien predigte der Reformator Thomas Müntzer. Wem nach so viel Historie der Sinn nach Grün steht, besucht den Nationalpark Hainich. Im Baumkronenpfad kann man dem Unesco-zertifizierten Urwald buchstäblich aufs Dach steigen.
www.thueringen-entdecken.de, www.grenzmuseum.de, www.nationalpark-hainich.de
Für Seeleute: Das Emsland
Im Westen Niedersachsens kann man was erleben: Birkenwälder, Blumenwiesen, wollgrasgesäumte Tümpel und mittendrin ein Kreuzfahrtschiff. In Papenburg im Emsland steht die Meyer Werft. Dort kann man zusehen, wie ein Luxusliner entsteht – nämlich scheibchenweise vertikal, als spielte man mit riesigen Legosteinen. Dass Papenburg überhaupt einen Hafen hat, verdankt die Stadt Dietrich von Velen. Der Gesandte des Hochstifts Münster holte einst Siedler, um das Moor abzubauen, aus dem Brennstoff hergestellt wurde. Holzkähne übernahmen den Abtransport. Bald bauten die Papenburger ihre Schiffe selbst. Um 1850 gab es mehr als 20 Werften, heute ist noch die eine übrig. Das hübsche Städtchen erinnert mit seinen Kanälen und Klappbrücken an die Niederlande. Im Stadtpark gibt es eine Windmühle. Erkunden kann man das platte Land auf stolzen 3500 Kilometern Radwegen.
www.papenburg-marketing.de, www.emsland.com, www.meyerwerft.de/de/index.jsp
Für Bewegungsfreudige: Das Chiemgau
In der Luft liegt der Duft von blühenden Bergwiesen, den Soundtrack liefern Kuhglocken und Murmeltierpfiffe. Der Blick schweift weit über die Chiemgauer Alpen. Der 1808 Meter hohe Geigelstein gilt als „Gipfel der Biodiversität“, denn hier wachsen und gedeihen seltene Tiere und Pflanzen wie Türkenbund und Schnee-Enzian, Steinadler und Bergsalamander. Dem Berg liegen die Dörfer Sachrang und Schleching zu Füßen. Hier kann man „echt“ Urlaub machen: Gastgeber tischen auf, was Bauern, Jäger und Müller von nebenan liefern. In alle Richtungen führen Touren für Senioren und Familien, für Kletterfexe und Genusswanderer. Wasserfälle laden ein zum Abkühlen, Almen zum Einkehren, Kapellen zum Innehalten.
www.chiemsee-chiemgau.info, www.chiemsee-alpenland.de, www.bergsteigerdoerfer.org
Für Naturverbundene: Biosphärengebiet Schwäbische Alb
Vom Albvorland über den Albtrauf und die Hochfläche bis an die Donau erstreckt sich das Biosphärengebiet Schwäbische Alb. Das rund 850 Quadratkilometer große Unesco-zertifizierte Gebiet umfasst 29 Städte und Gemeinden und glänzt mit Streuobstwiesen, Hang- und Schluchtwäldern. Manufakturen, Museen und Ausstellungen empfangen Besucher. Wanderwege führen durchs Gelände, zu Urviechern, die den alten Steinbruch Gerhausen beweiden, in den Garten von Albschnecken-Retterin Rita Goller und zu Hüteschäferin Johanna von Mackensen, Gründerin der Marke „Albgemacht“.
www.schwaebischealb.de, www.biosphaerengebiet-alb.de, www.albgemacht.de