Ein 27-Jähriger, der in Kirchheim seine Freundin getötet hat, wird in die forensische Psychiatrie eingewiesen.

Reporter: Petra Pauli (pep)

Er habe seiner Freundin einen Pulli um den Hals gewickelt und so lange zugezogen, bis sie starb. Der 27-jährige Angeklagte hatte bereits vor Prozessbeginn gegenüber einem Psychiater gestanden, die 30-Jährige im August 2025 in seiner Kirchheimer Wohnung erdrosselt zu haben. Dieses Geständnis wiederholte er im Verlauf des Prozesses, der Mitte Februar begonnen hatte. „Mir sind die Sicherungen durchgebrannt“, gab der Angeklagte zu.

 

Nun hat das Landgericht Stuttgart die Unterbringung des 27-Jährigen in einem psychiatrischen Krankenhaus angeordnet. Das teilte ein Gerichtssprecher auf Anfrage mit. Die Staatsanwaltschaft hatte dem Mann Totschlag zur Last gelegt. Aufgrund seiner schweren psychischen Erkrankung sei er schuldunfähig und könne für die Tat nicht belangt werden. Weil von ihm aber weiterhin Gefahr ausgehe, müsse er dauerhaft in die Psychiatrie. Dieser Einschätzung schloss sich das Gericht an. Auch der Verteidiger des Mannes hatte eine Unterbringung beantragt. Das Urteil ist bereits rechtskräftig.

Angeklagter fühlte sich von Illuminaten bedroht

Ein ausführlicher Bericht des psychiatrischen Gutachters, der im Verlauf des Prozesses verlesen wurde, gab Einblicke in die abstruse Gedankenwelt des Angeklagten. Demnach war der Mann einer Verschwörungstheorie verfallen und habe geglaubt, seine Freundin werde von Illuminaten kontrolliert. Diese kauften gemeinsam mit dem US-amerikanischen Geheimdienst CIA Pädophile aus Gefängnissen frei. Nur indem sie ein Opfer bringe, könnte die Frau dieser Kontrolle entkommen.

Das Stuttgarter Landgericht kam zu der Entscheidung, dass der Angeklagte aufgrund einer psychischen Erkrankung schuldunfähig ist. Foto: dpa

Angeklagter und Opfer wurden wohl erst kurz vor der Tat ein Paar

Kurz vor der Tat gelangte der Angeklagte offenbar zu der Überzeugung, dass er das Opfer sei, das von seiner Partnerin an die Illuminaten übergeben werden sollte. Auslöser dafür sei ein angebliches Illuminaten-Formular gewesen, das er auf dem Handy seiner Freundin entdeckt habe. Daraufhin eskalierte die Situation und er strangulierte die Frau mit einem zufällig herumliegenden Pullover, gab der Mann dem Gutachter gegenüber zu Protokoll. Die getötete Frau war wohl ebenfalls psychisch krank und war abgetaucht in eine wirre Welt aus Illuminati, CIA, Linksextremisten, Arabern und Sadomasochisten.

Die Polizei fand die Leiche der Frau, nachdem sich besorgte Angehörige gemeldet hatten. Die Beamten nahmen den unter Drogen stehenden Mann noch in der Wohnung fest. Er leistete keinen Widerstand. Nach einigen Tagen in Untersuchungshaft wurde er vorläufig in eine psychiatrische Klinik eingewiesen. Im Prozess wurde auch der von seelischen Krisen, Verfolgungswahn und Drogenmissbrauch geprägte Lebenslauf des vorbestraften Mannes beleuchtet, der mehrere Psychiatrie- und Gefängnisaufenthalte hinter sich hat. In einer Klinik in Kirchheim lernte er schließlich die 30-Jährige kennen. Erst kurz vor der Tat wurden sie ein Paar.