Urteil des Landgerichts Stuttgart Krankenhaus-Räuber muss lange in Haft

Von Julian Illi 

Im vergangenen Sommer hat ein 37-jähriger Drogenabhängiger am Klinikum Ludwigsburg eine 71-jährige Frau in ihrem Auto überfallen und ihr nach längerem Kampf die Handtasche entrissen. Seine Beute: 80 Euro. Nun wurde der Mann vom Landgericht verurteilt.

Das Stuttgarter Landgericht hat einen 37-jährigen Ludwigsburger wegen Raubs verurteilt. Foto: dpa
Das Stuttgarter Landgericht hat einen 37-jährigen Ludwigsburger wegen Raubs verurteilt. Foto: dpa

Ludwigsburg/Stuttgart - Das Stuttgarter Landgericht hat einen 37 Jahre alten Mann aus Ludwigsburg verurteilt, weil er im vergangenen Sommer eine 71-Jährige im Parkhaus des örtlichen Klinikums überfallen, mit einem Messer bedroht und ausgeraubt hat. Die Richter verhängten eine Freiheitsstrafe von vier Jahren und drei Monaten wegen besonders schweren Raubs und Körperverletzung gegen den Mann. Zunächst wird der Verurteilte aber in einer Entziehungsklinik untergebracht. Auch das entschied das Gericht.

Der Ludwigsburger ist seit fast 20 Jahren schwer drogenabhängig. An einem Sonntag im vergangenen Juni wollte er sich nach Aussage seines Verteidigers eigentlich selbst in die psychiatrische Abteilung des Krankenhauses einweisen. Aus Angst vor dem Entzug entschied er sich aber kurzfristig anders und ging stattdessen in das Parkhaus. Dort war das spätere Opfer gerade dabei, in seinen Wagen zu steigen.

Der Mann muss in eine Entziehungsanstalt

Die Frau schloss die Fahrertüre und startete den Motor. In diesem Moment riss der Angeklagte die Beifahrertüre auf, streckte der Zahnarzthelferin im Ruhestand ein Messer mit zehn Zentimeter langer Klinge entgegen und griff nach einer Handtasche, die auf dem Sitz lag. Die Frau wehrte sich allerdings heftig, zerrte ihrerseits an der Tasche, hupte und rief laut um Hilfe. Nur mit roher Gewalt konnte der 37-Jährige die Tasche schließlich ans sich reißen, wobei eine Schnalle der 71-Jährigen ins Gesicht schnalzte und sie verletzte.

Eine Entschuldigung hat das Opfer akzeptiert

Kurz nach der Tat warf der Räuber seine Beute achtlos weg, nicht aber ohne vorher 80 Euro Bargeld und ein Handy zu entnehmen. Polizisten fanden die Tasche kurz nach dem Raub, DNA-Spuren auf der Oberfläche brachten die Ermittler schließlich auf die Spur des Ludwigsburgers.

Vor Gericht hatte der Verteidiger angegeben, dass sein Mandant an dem Tag unbedingt an Geld für Drogen kommen wollte. Im Nachhinein bereue er die Tat, auch habe er die Frau nie verletzen wollen. Während der Raubs drohte er seinem Opfer allerdings, sie „abzustechen“. Eine Entschuldigung des Mannes nahm die 71-Jährige gleichwohl an.