Urteil gegen Boateng Das Leben ist kein Fußballspiel

Jerome Boateng in München vor Gericht Foto: AFP/Christof Stache

Auf dem Platz wird Härte bewundert. Im realen Leben wird sie bestraft, kommentiert Christian Gottschalk.

Politik/ Baden-Württemberg: Christian Gottschalk (cgo)

Jerome Boateng mag ein begnadeter Fußballer sein, in Sache Beziehungsarbeit hat der Innenverteidiger ganz offensichtlich Defizite. Das lässt sich heraushören aus den Prozessen, die gegen den ehemaligen Bayern-Star vor dem Amts- und nun vor dem Landgericht in München beendet wurden. Strafbar ist das nicht. Doch die Härte, die auf dem Spielfeld Bewunderung bringen mag, hat im täglichen Miteinander nichts verloren. Was genau im fraglichen Karibikurlaub geschehen ist, wissen nur die Beteiligten.

 

Zwei Gerichte sind sich sicher

Zur Überzeugung von nun zwei Gerichten war es eine Körperverletzung. So etwas wird tagtäglich in deutschen Gerichtssälen aufgerufen. Dass sie mit 120 Tagessätzen abgeschlossen wird, ist eher die Ausnahme. Der Weltmeister von 2014 ist nun vorbestraft. Das Urteil des Amtsgerichts wäre teurer, aber weit weniger gravierend gewesen.

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