Urteile nach Einbruchsserie Kurzer Prozess und hohe Haftstrafen

Wegen acht Einbrüchen sind zwei Männer aus Herrenberg und Bondorf verurteilt worden. Foto: Daniel Bockwoldt/dpa

Das Landgericht Stuttgart verurteilt zwei 26 und 22 Jahre alte Männer zu Gefängnisstrafen. Sie haben teils rabiat zahlreiche Einbrüche begangen.

Deutlich schneller als geplant ist der Prozess um eine Einbruchserie in Herrenberg gegen zwei Männer aus Herrenberg und Bondorf (Kreis Böblingen) zu Ende gegangen.

 

Der 26-jährige Bondorfer wurde wegen acht Taten zwischen Juli und November vergangenen Jahres mit einer Beute von knapp 40 000 Euro und einem Sachschaden in ähnlicher Höhe zu vier Jahren Gefängnis verurteilt, der 22-jährige Herrenberger wegen sechs Taten zu drei Jahren Gefängnis. Zwei der ursprünglich zehn erhobenen Anklagevorwürfe wurden eingestellt.

Eine Verständigung kürzt das Verfahren ab

Der Prozess war ursprünglich bis Mitte Juli terminiert gewesen. Da sich Richter, Staatsanwaltschaft und Verteidigung auf eine Prozessverständigung mit entsprechenden Geständnissen der Angeklagten einigten, konnte das Verfahren nach nur zwei Verhandlungstagen abgeschlossen werden. Mit den Urteilen entsprach die 8. Große Strafkammer weitgehend den Schlussanträgen der Verteidigung. Das Urteil lautet auf schweren Wohnungseinbruchsdiebstahl, Diebstahl mit Waffen, einfachen Diebstahl und Sachbeschädigung.

Die Richter sahen es als erwiesen an, dass der 26-Jährige Mitte Juli vergangenen Jahres über das Fenster unter einem Lichtschacht in eine Wohnung in Herrenberg eingestiegen ist und 3200 Euro, die unter einem Bett versteckt waren, und eine Schreckschusspistole mitgenommen hat.

Anfang August drang er mit einem Komplizen über eine Terrassentür in eine Wohnung in Renningen ein. Während die Bewohner im ersten Obergeschoss und in einer Einliegerwohnung schliefen, schlich der 26-Jährige mit der gezückten Waffe aus dem ersten Einbruch durch die Wohnung und entwendete eine Geldbörse mit 350 Euro Bargeld sowie Bankkarten und Ausweise.

Lukrativer Einbruch in Schnellrestaurant

Ebenfalls Anfang August drangen beide Angeklagte in den Gastraum eines Schützenvereins in Herrenberg ein, indem sie ein Fenster einschlugen. Von dort entwendeten sie eine Geldkassette mit 1000 Euro und einen Laptop. Anschließend stiegen sie durch ein weiteres Fenster ins Vereinsheim ein und nahmen von dort 1300 Euro mit. Der Sachschaden betrug rund 2000 Euro.

Ohne Beute endete ein Einbruch Ende August in einem Büro in Herrenberg. Die Angeklagten hebelten eine Bürotür auf und schraubten einen Tresor von der Wand ab, der jedoch leer war. Dabei entstand ein Sachschaden von 300 Euro. Anfang September stiegen die beiden Männer durch ein Fenster in den Lagerraum einer Baustofffirma in Herrenberg ein und stemmten dort eine Kasse mit Hammer und Brecheisen auf. Dabei fielen ihnen 2000 Euro in die Hände. Zudem nahmen sie Werkzeug und Maschinen im Wert von 1900 Euro mit und verursachten einen Schaden von knapp 550 Euro.

Der lukrativste Einbruch der beiden Angeklagten war Ende September in ein Schnellrestaurant in Herrenberg-Gültstein. Sie schlugen eine Scheibe ein, transportierten einen Tresor mit einem Hubwagen bis in einen Straßengraben und transportierten ihn von dort ab. Das Duo erbeutete 22 000 Euro in Bargeld und Wertschecks und verursachte einen Sachschaden von 31 000 Euro.

Ein Tresor wird abtransportiert

Beim Einbruch in eine weitere Firma in Herrenberg Mitte Oktober fielen den beiden Angeklagten 6250 Euro in die Hände, als sie mit Hammer und Zange einen Tresor und einen Rollschrank gewaltsam öffneten. Hier kam es zu einem Sachschaden von 500 Euro.

Gleich 10 000 Euro Sachschaden war die Bilanz bei einem Einbruch Mitte November in ein Büro in Herrenberg, bei dem die beiden Angeklagten ein Fenster einschlugen und dann einen 700 Kilogramm schweren Tresor aus der Wand hebelten und abtransportierten. Hier betrug ihre Beute 5000 Euro.

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