US-Armee in Böblingen Einladung zum Independence Day: Party ja, Fragen nein?
Das US-Militär in Böblingen hat jüngst die Presse von Events ausgeladen, lädt aber jetzt zum rauschenden Fest. Wie passt das zusammen?
Das US-Militär in Böblingen hat jüngst die Presse von Events ausgeladen, lädt aber jetzt zum rauschenden Fest. Wie passt das zusammen?
Das vorweg: Dass militärische Einrichtungen gesichert werden müssen, steht außer Frage. Aber dass die Verwaltung des US-Militärs in der Region Stuttgart seit der Wiederwahl von Donald Trump zum Präsidenten die Presse auf Abstand hält, ist auffällig – und wirft Fragen auf.
Denn andererseits wirbt die US-Armee mit einer öffentlichen Feier zum 250. Unabhängigkeitstag. Man wolle gemeinsam Freiheit, Einheit und Spaß feiern. Das klingt schön, und das Schlendern über den riesigen Parkplatz der Panzerkaserne, das Eintauchen in die Parallelwelt der Amerikaner und der Austausch mit den US-Nachbarn machen unumstritten Laune.
Aber: Die US-Army-Garnison (USAG) Stuttgart hat mindestens zwei öffentliche Termine kurzfristig abgesagt. Das eine Mal ging es um die Pumpkin-Drop-Challenge, bei der Schülerinnen und Schüler austüfteln und austesten, was einen Kürbis beim Sturz aus großer Höhe schützen kann. Das andere Mal war es eine Ausstellung der Highschool auf dem Kasernengelände über das Leben als Soldatenkinder. Beides unpolitisch, beides familienfreundlich – und trotzdem für die Presse plötzlich nicht mehr zugänglich.
Es drängt sich der Verdacht auf, dass befürchtet wurde, über die Veranstaltung könne kritisch berichtet werden. Auf der anderen Seite steht jetzt der Independence Day an, den die Panzerkaserne seit 2023 wieder mit den Deutschen zusammen feiert. Eine Spaßveranstaltung für die ganze Familie.
Immerhin: Die Einladung zum Independence Day zeigt, dass die US-Streitkräfte vor Ort trotz angespannter Beziehungen – Bundeskanzler Friedrich Merz warnte kürzlich noch vor USA-Reisen – den Kontakt zu ihren deutschen Nachbarn suchen. Das ist ein positives Zeichen. Umso bedauerlicher aber, dass dieser Dialog auf Feste und Familienunterhaltung beschränkt bleibt.
Denn echte Nachbarschaft bedeutet mehr. Wer Einheit und Freiheit beschwört, sollte auch außerhalb des sprichwörtlichen Festzelts gesprächsbereit sein. Transparenz lässt sich nicht auf Grillpartys reduzieren. Partnerschaft bedeutet Dialog – auch über Unbequemes, auch in schwierigen Zeiten.
Die USAG Stuttgart muss sich entscheiden: Entweder öffnet man sich für die Gemeinschaft, der man sich zugehörig fühlen möchte, oder man zieht sich zurück. Beides zusammen – Party ja, Fragen nein – funktioniert auf Dauer nicht. Und schon gar nicht, wenn man gleichzeitig von den deutschen Nachbarn Verständnis und Akzeptanz erwartet.